Trading-Systeme für Aktien: Regeln, Backtests und Umsetzung

Trading-Systeme für Aktien: Regeln, Backtests und Umsetzung

Eine Person im dunklen Anzug prüft eine Aktienurkunde mit einer großen Lupe im blau-grünen Licht.
SoftwareTrading-Systeme

Trading-Systeme für Aktien
Regeln, Backtests und Umsetzung

Welche Aktien kommen infrage? Wann steigst Du ein, wie groß wird eine Position und wann schließt Du sie wieder? Eine Aktienstrategie gibt diesen Entscheidungen einen festen Rahmen. Software kann Dir die Vorarbeit abnehmen: Du prüfst die vorbereiteten Trades und gibst sie selbst frei.

Zur Beurteilung eines Trading-Systems gehören sein Regelwerk, die Testgrundlage und der Ablauf der Umsetzung.Bild: TradeNeon · KI-generiertes Symbolbild.

Dafür musst Du nicht selbst programmieren oder ein System von Grund auf entwickeln. Am Equity Growth System für US-Aktien zeigen wir, wie Du einen bestehenden Ansatz nutzen kannst, wie die Freigabe im Alltag abläuft und worauf Du bei seinen Backtests achten solltest.

Welche Entscheidungen das Regelwerk festlegt

Eine regelbasierte Strategie beschreibt, unter welchen Bedingungen gehandelt wird. Dazu gehören das Aktienuniversum, die Kriterien für Ein- und Ausstieg sowie die Regeln zur Positionsgröße. Das Aktienuniversum legt fest, welche Werte überhaupt für einen Trade berücksichtigt werden.

Bei einer indexbasierten Aktienstrategie ist auch die historische Zusammensetzung dieses Universums entscheidend: Welche Aktien gehörten zum Zeitpunkt eines damaligen Handelssignals tatsächlich zum betreffenden Index? Diese zeitliche Zuordnung gehört zu einem sauber aufgebauten Backtest.

Für die Nutzung eines Systems brauchst Du außerdem Angaben zum Handelsablauf: Wie lange werden Positionen typischerweise gehalten? Wie viele können gleichzeitig offen sein? Wann musst Du selbst tätig werden? Diese Informationen helfen Dir, den Aufwand und die Risiken des Ansatzes einzuordnen.

Selbst entwickeln oder ein bestehendes System nutzen

Bei der eigenen Entwicklung legst Du das Regelwerk fest, beschaffst und prüfst die historischen Daten und untersuchst, wie sich die Regeln im Backtest verhalten. Für die praktische Umsetzung kommt hinzu, wie aus einer vorgesehenen Position eine Order auf Deinem BrokerkontoBroker ist die englische Bezeichnung für einen Wertpapierhändler, der im Auftrag eines Kunden Geschäfte an der Börse ausführt. wird.

Bei einem bestehenden System wurde diese Entwicklungsarbeit bereits geleistet. Bevor Du es nutzt, solltest Du nachvollziehen können, wie es geprüft wurde und welche Aufgaben im täglichen Handel bei Dir bleiben. Beim EGS bereitet die Software die Trades vor; Du prüfst sie und gibst sie selbst frei.

Worauf es bei Backtests ankommt

Zur Beurteilung einer Aktienstrategie gehört, wie ihre Ergebnisse entstanden sind. Zwei wichtige Kriterien sind die historische Aktienauswahl und die Stabilität des Regelwerks bei veränderten Parametern.

Historische Indexzusammensetzung und Survivorship Bias

Wer eine heutige Indexliste für einen Backtest über viele Jahre verwendet, kann das Ergebnis verzerren. Inzwischen ausgeschiedene Unternehmen fehlen, während später aufgenommene Werte rückwirkend zu früh berücksichtigt werden. Werden nur die verbliebenen Unternehmen betrachtet, spricht man von Survivorship Bias. So kann eine Kapitalkurve günstiger aussehen, als sie mit der damaligen Aktienauswahl ausgefallen wäre. Diesen Fehler erläutert auch der Research Guide von QuantConnect.

Beim Equity Growth System berücksichtigen wir in unseren Backtests ausschließlich Aktien, die zum Zeitpunkt des jeweiligen Signals tatsächlich Teil des Index waren, auf den sich die Strategie bezieht. Entscheidend ist also die damalige Indexzugehörigkeit.

Wenige Parameter und Prüfung auf Curve Fitting

Curve Fitting bedeutet, ein Regelwerk so stark an historische Daten anzupassen, dass es auch deren Zufälligkeiten abbildet. Ein sinnvoller Robustheitstest untersucht deshalb, wie sich die Ergebnisse bei anderen Parametereinstellungen verändern. Die Bedeutung solcher Prüfungen behandelt etwa das IBKR-Campus-Webinar zu Backtests.

Beim EGS setzen wir auf robuste Aktienstrategien mit wenigen Parametern. Auch bei deutlichen Änderungen einzelner Parameter wären sie in den historischen Tests profitabel geblieben. Das ist ein wichtiges Merkmal unseres Ansatzes: Seine Ergebnisse hängen nicht von einem einzigen fein abgestimmten Parametersatz ab.

Welche Vorarbeit das Equity Growth System übernimmt

Titan – Aktienmodul von Lab of Trades
Lab of Trades → TitanEquity Growth System

Das Equity Growth System ist ein regelbasierter Ansatz für das Swingtrading mit Aktien. Die Regelwerke werden intern berechnet. Die daraus entstehenden Trades kannst Du über Lab of Trades auf Deinem eigenen Brokerkonto umsetzen. Du findest das Equity Growth System dort im Aktienmodul Titan.

Die Entwicklungsarbeit für diese Systeme hat das Team von TradeNeon übernommen. Aus den Regelwerken entstehen vorbereitete Trades, die Du prüfen und eigenständig umsetzen kannst. In der Software siehst Du das Musterdepot mit den Positionen und den anstehenden Änderungen.

Positionen werden typischerweise ein bis zehn Handelstage gehalten. Es handelt sich damit um Swingtrading mit Positionen über Nacht. KurslückenWenn der Schlusskurs einer Chartkerze sowie der Eröffnungskurs der jeweils nächsten Kerze unterschiedliche Preise aufzuweisen haben, dann entsteht zwischen diesen eine Kurslücke. nach Nachrichten außerhalb der Handelszeit gehören zu den Risiken dieses Ansatzes.

Wie die Freigabe vor der US-Markteröffnung abläuft

Für die Umsetzung benötigst Du ein Broker-Konto mit freigeschaltetem US-Aktienhandel und der Trader Workstation, kurz TWS. Dazu kommt Lab of Trades auf Deinem Windows-Rechner, Mac oder Linux-System.

Die Trades stehen bereits vor der US-Markteröffnung bereit. Du prüfst sie, gibst jeden Trade selbst manuell frei und übermittelst die Orders aus Lab of Trades an Deine TWS. Der vorgesehene Einstieg erfolgt anschließend zur Markteröffnung.

Du kannst die Freigabe also vorher erledigen und musst nicht genau zum Börsenstart vor dem Bildschirm sitzen. Halbautomatisiert bedeutet hier, dass die Software Trades vorbereitet und Deine Freigabe für jeden Trade erforderlich bleibt.

Wie Du Backtests und Echtgeldhandel des EGS einordnest

Unser Team handelt die Systeme in ihrer heutigen Form bereits seit vielen Jahren auf eigenen Echtgeldkonten. Diese praktische Erfahrung ergänzt die historischen Tests und die Prüfung der Regelwerke.

Die auf der EGS-Produktseite gezeigten Kurven sind als historische Backtests seit dem Jahr 2000 ausgewiesen. Dafür werden die Regelwerke auf historische Kursdaten angewendet; die allgemeinen IB-Handelsgebühren sind berücksichtigt.

Die Kapitalkurve zeigt die simulierte Entwicklung. Darunter steht der Drawdown: der Rückgang vom jeweils zuvor erreichten Höchststand. Gemeinsam zeigen beide, wie sich das Kapital im Test entwickelt hat und welche Rückschläge dabei aufgetreten sind. Der bisher größte Drawdown ist keine Grenze für künftige Verluste.

In der folgenden Darstellung kannst Du zwischen den Größen S, M und L wechseln und unterschiedliche Ausschnitte des Testzeitraums ansehen. Die zugehörigen Hinweise erläutern die Grundlage der Berechnung.

Vergangene Ergebnisse aus Backtests und Echtgeldhandel sind kein verlässlicher Indikator für künftige Ergebnisse.

Lab of Trades / Titan / Equity Growth System

EGS-Backtests

Daten werden von der EGS-Produktseite geladen.

Backtests und Methodik auf der EGS-Produktseite

Was die Größen des Equity Growth System unterscheidet

Mit einer größeren Stufe kommen weitere Systeme und Aktien hinzu. Die Größen unterscheiden sich damit auch in den zugrundeliegenden Regelwerken.

GrößeEnthaltene SystemeMaximal gleichzeitig offene Positionen
SEin System für Aktien aus dem S&P 1003
MAlles aus S und ein weiteres System für Aktien aus dem S&P 5008
LAlles aus S und M sowie ein drittes System für Aktien aus dem Nasdaq 10013

Für den Vergleich sind neben den Backtests auch die enthaltenen Strategien und die Zahl möglicher offener Positionen relevant. Ein größeres Paket bedeutet nicht automatisch einen kleineren Rücksetzer.

Eigene Strategien ergänzen

Wenn Du bereits eigene Strategien handelst, kannst Du einen weiteren systematischen Ansatz als Ergänzung prüfen. Das gilt ebenso für ein langfristiges Depot, das Du um einen aktiven Baustein erweitern möchtest. Der praktische Vorteil eines bestehenden Handelssystems ist, dass Du die Entwicklung dieses zusätzlichen Ansatzes nicht selbst übernehmen musst.

Dabei bleiben die EGS-Systeme US-Aktienstrategien. Wie viel zusätzliche DiversifikationAls Diversifikation bezeichnet man die Streuung bzw. Aufteilung des Vermögens auf verschiedene Anlageformen, Branchen oder Wirtschaftsräume. sie bringen, hängt davon ab, was Du bereits handelst und wie sich die Ansätze gemeinsam verhalten. Mehr Systeme bedeuten nicht automatisch weniger Gesamtrisiko.

Auf der Seite zum Equity Growth System findest Du die Größen, vollständigen Backtests, Voraussetzungen und Abopreise. In seinem Video zum Equity Growth System stellt Oliver den Ablauf und den Vergleich der Größen vor.

Zum Kennenlernen der Software kannst Du Lab of Trades im Free Plan nutzen, etwa Smart Entry Equity am Montag. Das Equity Growth System selbst ist ein separates, kostenpflichtiges Abo.

Oliver Sparing
Oliver Sparing
Gründer & Head of Trading · TradeNeon
Oliver Sparing handelt seit 2011 aktiv an den Finanzmärkten. Seine beruflichen Wurzeln liegen im Edelmetallhandel in Hamburg; 2017 lernte er an einem Londoner Trading Floor. Bei TradeNeon leitet er die Daytrading- und die Swingtrading-Ausbildung und verantwortet die fachliche Entwicklung der Trading-Methodik, mit Schwerpunkt auf Orderflow, Marktstruktur und fundamentalen Marktdaten. Daraus sind Level of Interest, Futures Insights und Lab of Trades entstanden. Plattformen wie ATAS, Bookmap und WH SelfInvest laden ihn regelmäßig als Gast ein. Alle Auftritte

Level of Interest: Automatisierte Marktanalyse

Level of Interest: Automatisierte Marktanalyse

Nasdaq-Future im 5-Minuten-Chart: Die Level-of-Interest-Preisbereiche legen sich von links nach rechts über den Handelstag.
VideoATAS-Webinar

Level of Interest:
Die Marktanalyse
hinter den Levels

Jeden Morgen werden die Levels von Hand in den Chart gezeichnet und mit dem Orderbuch abgeglichen. Daraus ist die Software Level of Interest entstanden, die diese Levels in die eigene Chartsoftware bringt. Der Artikel erzählt, wie es dazu kam, welche sieben Datenbereiche in die Analyse einfließen und wie sich die Levels im Handel nutzen lassen.

Dieselbe Session, einmal ohne und einmal mit den Levels, die vor Handelsbeginn feststehen.Chart: TradeNeon

Das Wichtigste vorweg

Level of Interest zeichnet Levels in den Chart, die jeden Morgen von Hand aus sieben Datenbereichen abgeleitet werden, unter anderem Dealer Hedging, Dark Pool Daten, Volume und Market Profile, VWAPs und die SPAN-Daten der CME. Die Levels werden mit dem Orderbuch abgeglichen und im Tagesverlauf nicht mehr verändert. Sie zeigen, wo es sich lohnt, genau hinzuschauen, garantieren aber keine Reaktion.

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Das Video

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Kapitel im Video 20

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Video: ATAS DeutschlandWeitere Videos von TradeNeon findest Du auf unserem YouTube-Kanal.

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Wie Level of Interest entstanden ist

Oliver handelt seit vielen Jahren, zunächst im Swingtrading und im Rohstoffhandel, später auch im Daytrading. Auf einem Trading Floor in London lernte er, dass zu jeder Vorbereitung einer professionellen Trading-Session eine Marktanalyse gehört. Sie kann sehr vielschichtig sein, und einen einzigen Weg dafür gibt es nicht. Seine eigene Analyse hat sich über die Jahre stark weiterentwickelt: Heute bezieht er eine Vielzahl an Daten ein, die er jeden Morgen auswertet, und macht sich damit einen Plan für den gesamten Handelstag.

Aus der Ausbildung kam die Frage, wie Teilnehmer ihre eigene Analyse prüfen können. Deshalb wurde jeden Morgen ein Screenshot der Levels in den Discord-Server gestellt. Die Teilnehmer zeichneten ihre eigenen Levels ein und verglichen sie mit diesen. Irgendwann kam der Wunsch auf, die Levels in der eigenen Chartsoftware angezeigt zu bekommen. Das war der Anfang von Level of Interest. Mit dem Entwicklerteam entstand zunächst eine sehr grundlegende Version. Später entschied TradeNeon, die Levels auch für Trader außerhalb der Ausbildung anzubieten und das Tool professioneller aufzubauen.

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Levels am Morgen, unverändert über den Tag

Transparenz war von Anfang an das Ziel. Die Analyse wurde als Screenshot gepostet, am nächsten Morgen folgte ein zweiter mit dem kompletten Kursverlauf des Tages. So kann jeder selbst beurteilen, ob der Kurs auf die Levels reagiert hat oder nicht.

Dazu gehört eine feste Regel: Die Levels, die morgens eingezeichnet werden, sind „in Stein gemeißelt“. Sie werden im Tagesverlauf nicht mehr verändert, und das gilt auch für Level of Interest als Software.

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Die sieben Teilbereiche der Analyse

Sieben Teilbereiche fließen in die Analyse ein.

  • Dealer Hedging Berechnet wird, wo Dealer HedgingOption Dealer sichern ihr Risiko aus dem Optionshandel durch Käufe und Verkäufe im zugrunde liegenden Markt ab und nehmen dadurch Einfluss auf den Kurs. besonders stark stattfindet und in welchen Bereichen Market Maker vornehmlich kaufen oder vornehmlich verkaufen müssen. Daraus entstehen die bullischen und bärischen Hedging Levels.
  • Fibonacci Retracements Klassische Fibonacci RetracementsEin Werkzeug der Chartanalyse, das aus einer vorangegangenen Kursbewegung Preisniveaus ableitet. liefern Levels, auf die der Kurs auch 2025 noch reagieren kann. Sie werden von Hand eingezeichnet, mit aktuellen Orderbuchdaten abgeglichen und nur gesetzt, wenn sie zum aktuellen Zeitpunkt Relevanz haben.
  • Dark-Pool-Daten Große Orders im Dark PoolPrivate Börse, an der große Orders abseits der offiziellen Börse gehandelt werden. Die Trades werden nachträglich gemeldet. werden am Ende des Tages gemeldet. Sie zeigen, auf welchen Preisniveaus und in welcher Höhe große Positionen gehandelt wurden, nicht aber, wer gehandelt hat und ob long oder short.
  • Volume und Market Profile Das Volume ProfileZeigt, auf welchen Preisniveaus wie viel gehandelt wurde. und das Market Profile zeigen, wo faire Preisbereiche lagen und wo sich der Kurs schnell bewegt hat. Mit dem Orderbuch kombiniert markieren sie Bereiche, in denen institutionelle Teilnehmer große Positionen aufgebaut haben.
  • Liquidität im Orderbuch Die Limit Orders im Orderbuch sind das Fundament: Jedes Level soll durch Liquiditätscluster bestätigt sein. Hinzu kommen historische Extreme.
  • VWAPs Der VWAPVolume Weighted Average Price: der volumengewichtete Durchschnittspreis innerhalb eines Zeitraums. zeigt den Preis, der innerhalb einer Zeitspanne im Durchschnitt für den Markt bezahlt wurde, und ist ein Referenzpunkt dafür, wer die Kontrolle über den Trend hat. Zusätzlich werden die VWAPs von Vortag, Vorwoche und Vormonat eingezeichnet, wenn sie in einem relevanten Preisbereich liegen.
  • SPAN-Daten der CME Das SPANDas Risikobemessungsverfahren der CME, aus dem auch die empfohlene Initial Margin für Futures hervorgeht.-Verfahren der CME liefert die tägliche Risikobemessung. Daraus berechnet TradeNeon ausgehend vom Schlusskurs des Vortages einen Preisbereich, in dem am Rand oft starke Reaktionen zu erwarten sind.

Das Ziel ist, den Markt aus möglichst vielen Perspektiven zu betrachten und daraus ein umfangreiches Bild zu bekommen, wo im Chart institutionelles Interesse liegt. Fallen mehrere Faktoren zusammen, etwa ein starkes Dealer-Hedging-Level mit einem Dark Pool Level, deuten gleich mehrere Datenquellen auf dieselbe Stelle. Tutorials zu allen sieben Bereichen findest Du bei den Level-of-Interest-Tutorials.

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Dealer Hedging: bullische und bärische Levels

Wer eine Option kauft oder verkauft, hat auf der anderen Seite des Trades in aller Regel einen Market MakerMarktteilnehmer, der dem Markt Liquidität bereitstellt und dafür die Gegenseite von Trades einnimmt., einen sogenannten Option Dealer. Seine Aufgabe ist es, dem Markt Liquidität zur Verfügung zu stellen, damit Du schnell und ohne großen Spread zu Deinem Preis gefillt wirst. Sein Geschäftsmodell ist nicht, gegen Dich zu spekulieren: Er versucht, den Trade auf der Gegenseite des Orderbuchs sofort mit einem kleinen Gewinn wieder loszuwerden. Gelingt das nicht, bleibt ein direktionales Risiko, das er neutralisiert, indem er den Basiswert kauft oder verkauft. Damit bewegt er den Preis. Dieses Hedging ist dynamisch, es hängt von Kursrichtung, Volatilität und Zeit ab und muss laufend angepasst werden.

Level of Interest berechnet, wo diese Hedging-Vorgänge besonders stark stattfinden und in welchen Bereichen Market Maker vornehmlich kaufen oder vornehmlich verkaufen müssen. Das sind die grünen und roten Levels sowie die großen grünen und roten Zonen am Rand des Charts. TradeNeon übernimmt Daten nicht statisch, sondern interpretiert und kalkuliert sie selbst.

Neben GammaEiner der sogenannten Griechen im Optionshandel, die die Hedging-Aktivität der Market Maker beeinflussen. bezieht TradeNeon VannaEiner der sogenannten Griechen im Optionshandel, die die Hedging-Aktivität der Market Maker beeinflussen. und CharmEiner der sogenannten Griechen im Optionshandel, die die Hedging-Aktivität der Market Maker beeinflussen. ein. Deshalb heißen die Levels bei TradeNeon bullische und bärische Hedging Levels und nicht Gamma-, Vanna- oder Charm-Levels. Die Annahme dahinter: Kommt der Markt an ein solches Level, müssen die Market Maker eher kaufen oder eher verkaufen. Der Kurs muss von einem bullischen Level aber nicht immer steigen. Die Hedging-Aktivität ist nur ein Teil des Marktes, andere Marktteilnehmer haben ihre eigene Agenda. „Wir können selbstverständlich nicht garantieren, dass durch jedes bullische Hedging Level der Kurs nach oben schießt und durch jedes bärische der Kurs nach unten“, sagt Oliver.

Auch bei der Umrechnung zwischen verwandten Märkten ist Sorgfalt nötig. Ein Level aus dem SPX oder dem SPY mit festem mathematischem Abstand in den ES zu übertragen, funktioniert oft nicht gut, weil das Verhältnis dynamisch ist. Deshalb gleicht TradeNeon die Levels mit Orderbuchdaten und mit Volume- und Market-Profile-Daten ab.

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Fibonacci, Dark Pool Daten und das Orderbuch

Fibonacci Retracements

Fibonacci-Werkzeuge gehören zu nahezu jeder gängigen Chartsoftware, und der Kurs reagiert auch 2025 noch auf bestimmte Levels. Entscheidend ist, wie sie eingesetzt werden: „Meiner Meinung nach ist es nicht unbedingt sinnvoll, wild in irgendwelche Trendphasen Fibonacci Retracements einzuzeichnen und dann am 50er-Level long oder short zu gehen. Man muss schon wissen, wie man die Fibonacci-Konzepte mit anderen Daten kombiniert, um auf die Levels zu kommen, die wirklich eine gewisse Relevanz haben“, sagt Oliver Sparing. TradeNeon zeichnet alle Levels von Hand ein und gleicht sie mit aktuellen Orderbuchdaten ab. Hat ein Level zum aktuellen Zeitpunkt keine Relevanz, wird es nicht eingezeichnet. So entsteht im Idealfall kein „Urwald“ aus Levels im Chart.

Dark Pool Daten

Dark Pools sind private Börsen, an denen Händler mit großem Portemonnaie Orders an der offiziellen Börse vorbeischieben können. Das klingt verschwörungstheoretisch, ist aber transparenter als gedacht: Die Händler müssen ihre im Dark Pool gehandelten Positionen am Ende des Tages der US-Aufsicht offenlegen. Man sieht nicht, wer gehandelt hat, und auch nicht, ob long oder short, aber auf welchen Preisniveaus und in welcher Höhe große Positionen gehandelt wurden. Der Hintergrund: Große Marktteilnehmer wollen ihre Orders nach und nach in den Markt bringen, ohne den Preis gegen sich zu bewegen. TradeNeon gleicht die Daten ebenfalls mit dem Orderbuch ab und stellt sie als Dark Pool Levels zur Verfügung.

Volume und Market Profile, Liquidität

Volume und Market Profile gehören heute zum Standardrepertoire eines Daytraders. Sie zeigen, wo faire Preisbereiche lagen, wo sich der Kurs schnell bewegt hat und wo Premium- und Discountbereiche einer Auktion waren. TradeNeon kombiniert diese Daten mit dem Orderbuch, um Bereiche zu markieren, in denen institutionelle Teilnehmer große Positionen aufgebaut haben und die bei einer Rückkehr des Marktes vermutlich verteidigt werden. Dazu kommen große runde Preise, die von Haus aus wichtige Levels sind.

Die Liquidität, also die Limit Orders im Orderbuch, ist das Fundament: Jedes Level soll durch Liquiditätscluster bestätigt sein. Nicht jede beliebige Limit Order hat aber Relevanz. Das Orderbuch wird deshalb immer einbezogen, um zu sehen, wo das Interesse der Institutionellen punktgenau liegt.

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VWAPs und das SPAN-Intervall

Der VWAP zeigt den Preis, der innerhalb einer Zeitspanne im Durchschnitt für den Markt bezahlt wurde. Ein Beispiel: Soll ein Fondsmanager in einem Aufwärtstrend über mehrere Tage eine größere Position aufbauen, ist der Moment, in dem der Markt an den VWAP des Trends zurückkehrt, der günstigste Zeitpunkt zum Kaufen, bevor die durchschnittliche Long-Position in den Verlust rutscht. Deshalb sind VWAPs Referenzpunkte dafür, wer die Kontrolle über den Trend hat, und können starke Widerstands- und Unterstützungszonen sein. Zusätzlich zeichnet TradeNeon den VWAP des Vortages, der Vorwoche und des Vormonats ein, wenn sie in einem relevanten Preisbereich liegen. Liegt der Kurs über dem Schlusskurs-VWAP des Vortages, ist die durchschnittliche Long-Position des Vortages im Gewinn. Das ist eine wichtige Information, aber nicht der heilige Gral. Für den BiasDie Grundrichtung, mit der Du in den Handelstag gehst. des Tages zählen viele Teilaspekte.

Die SPAN-Daten stellt die CME, die größte Futures-Börse der Welt, täglich zur Verfügung. Das SPAN-Framework dient dazu, Portfoliorisiken zu simulieren, und enthält die tägliche Risikobemessung, aus der sich die empfohlene Initial Margin ergibt. Auf dieser Grundlage berechnet TradeNeon ausgehend vom Schlusskurs des Vortages einen Preisbereich, wie weit der Kurs laufen darf, bevor institutionelle Trader unter Druck geraten und Margin CallsAufforderung, bei zu geringer Sicherheitsleistung Geld nachzuschießen oder Positionen zu verkleinern. bekommen.

Das Intervall hat zwei Vorteile. Institutionelle Trader sind daran interessiert, den Kurs innerhalb dieses Intervalls zu halten, am Rand sind deshalb oft starke Reaktionen zu erwarten. Bricht der Markt dagegen aus dem Intervall aus, müssen Teilnehmer adjustieren, nachkaufen oder Positionen abstoßen, und die Volatilität kann rasant zunehmen. Für Einsteiger gilt deshalb: „Wenn Du Beginner im Daytrading bist, konzentriere Dich zunächst auf Trades innerhalb des SPAN-Intervalls, weil der Markt dort rationaler funktioniert und besser auf unsere Levels reagiert“, sagt Oliver. Die eigene Analyse wird entsprechend nicht weit über das Intervall hinaus eingezeichnet.

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Fragen aus dem Chat: Levels im Tagesverlauf

Zum Settlement-Preis: Er ist der von der Börse festgelegte Abrechnungskurs des Vortages, auf den der Markt oft reagiert, und gehört zur Bildung des Tages-Bias. Als grobe Faustregel gilt: Oberhalb des Settlement-Preises ist die Tendenz eher bullisch, unterhalb eher bärisch.

Zur Frage, ob ein bereits angelaufenes Level künftig ignoriert werden sollte: „Jein“. Rotiert der Markt um ein Level und respektiert es nicht mehr, solltest Du dort zunächst keine Trades machen. Entfernt sich der Markt weiter vom Level und kehrt später zurück, ist erfahrungsgemäß wieder mit einer Reaktion zu rechnen, auch wenn das eine diskretionäre Einschätzung ist. „Es gibt Momente, in denen ich sage: Jetzt hat der Markt offensichtlich kein Interesse mehr an dem Level, jetzt halte ich die Finger still. Dasselbe Level kann aber zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal eine richtig gute Einstiegsgelegenheit bieten“, sagt Oliver.

Zur Pre-Session: Die Levels werden vor allem aus dem berechnet, was in den Cash-Sessions passiert ist, weil dort der Großteil des Handels stattfindet. Erfahrungsgemäß funktionieren sie in der Pre-Session genauso gut. Am Börsenfeiertag, den das Webinar traf, gab es keine Levels, weil kein institutioneller Handel stattfand.

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Interpretation statt Rohdaten

Level of Interest ist kein reiner Datenanbieter. Der Slogan lautet „See what matters“: TradeNeon greift auf viele Datenquellen zu, wertet sie aus und zeichnet sie in den Chart. Jeden Morgen entsteht eine von Hand durchgeführte Marktanalyse, die auf vielen Jahren Erfahrung beruht. Sie basiert auf Daten, doch zusätzlich fließen weitere Faktoren ein, um das Level möglichst punktgenau dorthin zu setzen, wo es hingehört.

Oliver selbst ist diskretionärer Orderbuchtrader und nutzt die Levels dafür. Level of Interest lässt sich aber mit jedem bestehenden System kombinieren, und auf Basis der Levels lassen sich ganz verschiedene Ansätze entwickeln. Ein Gedankenansatz für eine Systementwicklung auf Basis der Levels wurde im ATAS-Webinar zum Backtesting vorgestellt.

Rohdaten allein entscheiden wenig: Es kommt darauf an, was der Trader daraus macht. Bei Level of Interest geht es deshalb darum, das in den Chart zu zeichnen, was einen praktischen Wert hat.

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Level of Interest in ATAS

Level of Interest ist ein Plugin für ATAS, also ein Indikator. Du legst ihn wie gewohnt in Deinen Indikatorenordner und lädst ihn in jedem beliebigen Chart. Den Lizenzschlüssel gibst Du in den Indikatoreinstellungen ein und hast dann Zugriff auf die Levels der Märkte, die Du abonniert hast. Die Beschriftung der Levels lässt sich in den Indikatoreinstellungen ein- und ausschalten. Die Software läuft auch auf anderen Plattformen, die Übersicht findest Du auf der Level-of-Interest-Seite.

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Was Du aus dem Webinar mitnehmen kannst

  • Die Marktanalyse ist die Grundlage der Vorbereitung. Jede Session beginnt mit einem Plan, der aus vielen Datenquellen abgeleitet wird. Die Levels werden vor der Eröffnung eingezeichnet.
  • Mehrere Perspektiven ergeben ein vollständigeres Bild. Besondere Aufmerksamkeit verdienen Bereiche, in denen verschiedene Datenquellen zusammentreffen, etwa ein Hedging Level mit einem Dark Pool Level.
  • Ein Level ist ein Ort, keine Garantie. Eine Reaktion lässt sich nicht garantieren. Das Orderbuch gehört zu jedem Level, weil es zeigt, wo das Interesse der Institutionellen punktgenau liegt.
  • Nachvollziehbarkeit schafft Vertrauen. Levels, die morgens feststehen und im Tagesverlauf nicht verändert werden, kannst Du jeden Tag selbst mit dem Kursverlauf vergleichen.

„Daten sind immer nur so sinnvoll und so mächtig wie der Trader, der sie nutzt, auswertet und interpretiert.“

Oliver Sparing im ATAS-Webinar
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Über das Webinar

Das Webinar lief am 19. Juni 2025 in der Webinar-Reihe auf dem YouTube-Kanal von ATAS Deutschland. In dieser Reihe stellt ATAS externe Entwicklungen und Tools vor, die mit der Plattform zusammenarbeiten. ATAS ist eine Handelsplattform für Order-Flow-Analyse. Oliver ist dort regelmäßig zu Gast; alle Auftritte findest Du auf unserer Seite Zu Gast bei.

Level of Interest
Wo lohnt sich der zweite Blick?
Level of Interest hilft Dir, mögliche Preisbereiche für Deine Analyse zu finden. Wie der Markt dort handelt, prüfst Du selbst.
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Häufige Fragen
Was ist Level of Interest?

Level of Interest ist eine Software von TradeNeon, die Levels in den Chart zeichnet. Die Levels werden jeden Morgen von Hand aus sieben Datenbereichen abgeleitet, darunter Dealer Hedging, Dark Pool Daten, Volume und Market Profile, VWAPs und die SPAN-Daten der CME, und mit dem Orderbuch abgeglichen.

Werden die Levels im Tagesverlauf angepasst?

Nein. Die Levels, die morgens eingezeichnet werden, sind „in Stein gemeißelt“ und werden im Tagesverlauf nicht mehr verändert. So kannst Du jeden Tag nachvollziehen, ob der Kurs auf sie reagiert hat.

Soll ich ein Level ignorieren, wenn der Kurs es schon angelaufen hat?

Nicht pauschal. Rotiert der Markt um ein Level und respektiert es nicht mehr, solltest Du dort zunächst keine Trades machen. Hat sich der Markt weiter entfernt und kehrt später zurück, ist erfahrungsgemäß wieder mit einer Reaktion zu rechnen, auch wenn das eine diskretionäre Einschätzung ist.

Muss ich Level of Interest mit einem bestimmten System handeln?

Nein. Die Levels lassen sich mit jedem bestehenden System kombinieren, und auf ihrer Basis lassen sich ganz unterschiedliche Ansätze entwickeln. Ursprünglich entstanden sie für den diskretionären Orderbuchhandel.

Oliver Sparing
Oliver Sparing
Gründer & Head of Trading · TradeNeon
Oliver Sparing handelt seit 2011 aktiv an den Finanzmärkten. Seine beruflichen Wurzeln liegen im Edelmetallhandel in Hamburg; 2017 lernte er an einem Londoner Trading Floor. Bei TradeNeon leitet er die Daytrading- und die Swingtrading-Ausbildung und verantwortet die fachliche Entwicklung der Trading-Methodik, mit Schwerpunkt auf Orderflow, Marktstruktur und fundamentalen Marktdaten. Daraus sind Level of Interest, Futures Insights und Lab of Trades entstanden. Plattformen wie ATAS, Bookmap und WH SelfInvest laden ihn regelmäßig als Gast ein. Alle Auftritte