Wir schauen uns die 10 wichtigsten Gründe an, warum so viele private Trader es aus unserer Sicht einfach nicht schaffen, auf Dauer erfolgreich an der Börse zu handeln.
Zehn typische Fehler — und der Blick auf die Entscheidungen dahinter.Bild: TradeNeon
scheitern.
Ehrlich gesagt — jeder dieser Gründe könnte inhaltlich locker einen komplett eigenen Blogartikel füllen. Wir wollen Dir deshalb an dieser Stelle einen kompakten Überblick und einige Denkanstöße geben. Auf geht's!
Eine ESMA-Auswertung aus dem Jahr 2018 bezifferte den Anteil verlustbringender privater CFD-Konten in untersuchten EU-Märkten auf 74 bis 89 Prozent. Das ist eine historische Zahl zum CFD-Handel — keine Quote für alle Broker, Produkte oder Trader. Quelle: ESMA.
Die oft zitierten Verlustquoten stammen aus Risikohinweisen für CFDs. Anbieter müssen dabei den Verlustanteil ihrer privaten CFD-Konten ausweisen. Die ältere ESMA-Auswertung nennt für untersuchte EU-Märkte 74 bis 89 Prozent. Daraus lässt sich weder eine Erfolgsquote für Daytrading insgesamt noch für andere Handelsinstrumente ableiten.
Leider herrscht in unserer Branche eine Menge Frustration, und viele im Internet vertreten die feste Meinung, Trading würde schlicht und ergreifend nicht funktionieren. Im ursprünglichen Artikel habe ich dazu eine Aussage aus einem Handelsblatt-Podcast aufgegriffen. Ohne die konkrete Folge und die dort genannten Studien lässt sich diese Aussage hier nicht prüfen. Daytrading ist ein Beruf, kein Selbstläufer, und definitiv nicht jedermanns Sache. Es gehört sehr viel Erfahrung und Wissen dazu. Dass Menschen Daytrading betreiben, ist allerdings kein Beleg dafür, dass es für jeden profitabel ist.
Viele private Trader unterschätzen Risiko, Lernaufwand und Kosten. Wir haben uns also einmal zusammengesetzt und Gedanken darüber gemacht, wo die wesentlichsten Gründe für Schwierigkeiten im Trading zu finden sein könnten. Wie Du Dir sicher vorstellen kannst, sind uns dabei eine ganze Menge eingefallen. Die unserer Meinung nach wichtigsten möchten wir Dir deshalb jetzt einmal vorstellen, damit Du Dich in Zukunft besser darauf einstellen und sie hoffentlich vermeiden kannst. Die folgenden zehn Punkte sind unsere redaktionelle Einordnung, keine statistische Rangliste.
Eine Sache vorweg — viele dieser Punkte werden Dir wahrscheinlich offensichtlich erscheinen und trotzdem stellen sie so viele Menschen im Tradingalltag vor arge Probleme. Andere wiederum sind deutlich weniger offensichtlich, aber gerade diese Punkte machen aus meiner Sicht am Ende den großen Unterschied.
Psychologie und Mindset
Wenn Du einen Tradingcoach nach Gründen für Schwierigkeiten beim Trading fragst, werden Psychologie und Mindset häufig genannt. Unter Druck können Schutzreaktionen Deine Entscheidungen beeinflussen. Das kann ein Impuls zur reflexartigen Flucht sein, der Dich einen Trade entgegen Deinem Plan schließen lässt, oder auch der Drang zur Verteidigung beziehungsweise zum Gegenangriff, der in Dir den Drang auslöst, den Markt bekämpfen zu wollen.
Wenn Du spekulierst, ist es wichtig, dass Du an Deinem Umgang mit solchen Impulsen arbeitest. Es geht darum, sie wahrzunehmen und Deine Reaktion zu prüfen, statt Gefühle vollständig unterdrücken zu wollen. Umso wichtiger ist es, dass Du über einen guten Tradingplan und eine ausgearbeitete Strategie verfügst, sodass Du am Ende Deine Entscheidungen immer möglichst rational treffen kannst.
Falsche Vorstellungen
Hier müssen wir hart mit unserer Branche im Allgemeinen ins Gericht gehen. Viele Menschen verbinden die Börse und vor allem das spekulative Trading mit einer Art Casino, in dem sie mit etwas Glück schnell das große Geld machen können. Dieser Gedanke wird natürlich durch die vielen Werbespots von Tradingcoaches und -Schulen gefüttert, in denen gutaussehende Menschen mit dicken Autos den Luxus-Lifestyle leben. Teilweise werden überirdische Renditen versprochen, während das Handelssystem, welches gelehrt wird, diesen nicht ansatzweise gerecht werden kann.
Das ist eigentlich sehr traurig, denn Trading ist eine anspruchsvolle berufliche Tätigkeit mit erheblichen finanziellen Risiken. Wie viel Geld Du verdienen oder verlieren kannst, hängt auch von Deinem verfügbaren Kapital und dem eingegangenen Risiko ab. Ein seriöser und professioneller Trader sollte sein Konto mit einem fundierten Risiko- und Moneymanagement führen. Er sollte keine unverhältnismäßigen Risiken eingehen oder gar sein ganzes Konto riskieren, nur um das schnelle Geld zu machen. Auch ein diszipliniertes Vorgehen garantiert keinen stetigen Kontozuwachs.
Du erwartest Ergebnisse in zu kurzer Zeit
Wie Du siehst, schließt sich dieser Grund nahtlos an den vorherigen an. Überhaupt haben wir bei unseren Überlegungen festgestellt, dass viele der Gründe ineinandergreifen und gewissermaßen miteinander verkettet sind. Eine Ursache kann zur nächsten führen und so stehst Du am Ende mit einer Vielzahl verschiedener Faktoren da, die Dich am Erfolg hindern.
Trading lernst Du nicht über Nacht. Es ist keine Raketenwissenschaft, muss aber dennoch gelernt sein. Vor allem die Erfahrung spielt eine sehr große Rolle. Nur, weil Du ein System gelernt und womöglich auch komplett verstanden hast, heißt das nicht, dass Du es auch sofort profitabel umsetzen kannst. Du musst Dich erst einmal mit der generellen Funktionsweise, dem technischen Vorgehen und natürlich den Märkten und ihren unterschiedlichen Charakteristika vertraut machen.
Das setzt voraus, dass Du gerade in der Anfangsphase jeden Tag ein bisschen Zeit für das Üben reservierst. Je nach Tradingansatz und -Disziplin, die Du erlernen möchtest, muss das auch ein bisschen MEHR Zeit sein. Gerade wenn Du Dich für das Daytrading interessierst, sprechen wir hier von mehreren Stunden pro Tag, was gerade dann zermürbend sein kann, wenn Du es neben Deinem eigentlichen Job erlernen möchtest. Trading macht Dich NICHT über Nacht reich. So viel kann ich Dir sicher sagen. Du brauchst Durchhaltevermögen — und das führt uns direkt zu Punkt Nummer 4: der Ungeduld.
Die Ungeduld
Selbst wenn Du es geschafft hast, Dir täglich die nötige Zeit für das Trading einzuräumen, bedeutet das nicht, dass Du das Gelernte und Geübte auch sofort in der Praxis umsetzen kannst. Du brauchst Geduld und einen langen Atem. Jeder von uns lernt unterschiedlich schnell und bringt verschieden viel Vorwissen mit. Wie lange Du brauchst, um eine Disziplin wie Daytrading oder Swingtrading zu beherrschen, hängt auch von Deiner Übungszeit und der Qualität Deiner Ausbildung ab. Ein Handelssystem an sich kann schneller verstanden sein; daraus ergibt sich aber keine feste Frist bis zur sicheren Anwendung oder Profitabilität.
Ungeduld wird Dich aber nur zu Fehlern verleiten. Noch schlimmer ist, wenn Du einen Handelsansatz zu schnell aufgibst. Wir sehen sehr häufig, dass Anfänger sich zu schnell wieder von einem System trennen, dessen Regeln sie noch nicht ausreichend geprüft haben, nur, weil sie es nicht schnell genug umgesetzt bekommen.
Das Handelssystem funktioniert nicht
Fast noch häufiger haben wir es aber mit dem genauen Gegenteil zu tun, und das ist unser Grund Nummer 5: Du versuchst ein System zu handeln, das schlicht und ergreifend nicht funktioniert.
Auch hier lohnt sich ein Blick auf das Internet und insbesondere YouTube. Es ist erstaunlich, wie viele knallbunte Thumbnails einem mittlerweile auf der Startseite um die Ohren gehauen werden. Hier werden schnell umsetzbare Strategien nach dem Schema beworben: SMA 1 kreuzt SMA 2 und die letzten drei Kerzen waren alle lilapfirsichgrün. Ein solches Einstiegsschema allein zeigt Dir noch nicht, ob ein vollständiges Handelssystem funktioniert. Dazu gehören auch Ausstiege, Risikoregeln und eine nachvollziehbare Prüfung nach Kosten.
Ein öffentlich erklärter Ansatz kann ein guter Ausgangspunkt zum Lernen sein. Ob er im eigenen Handel tragfähig ist, zeigt erst eine nachvollziehbare Prüfung mit Kosten, Verlustphasen und klaren Regeln. Suche nach überprüfbaren Belegen, statt eine Strategie allein wegen eines Videos oder eines Versprechens zu übernehmen. Du kannst selbst aktiv werden und eigene Strategien entwickeln, wozu wir Dich unbedingt anregen möchten, oder Dir einen soliden Lehrer suchen, der Dir das Trading beibringt. Eigeninitiative und ein guter Coach können sich dabei ergänzen; dauerhaften Erfolg garantieren sie nicht.
Der falsche Trading-Coach
Du hast Dir den falschen Lehrer gesucht. Hier müssen wir natürlich vorsichtig sein — wir möchten keinem Kollegen zu nahe treten. Trotzdem ist es kein Geheimnis, dass es in unserer Branche eine Menge Betrüger und mindestens zwielichtige Gestalten gibt. Woran Du eine gute und solide Börsenschule erkennst, haben wir Dir hier in Kürze zusammengefasst:
- Setze Deine Menschenkenntnis ein: Wie gibt sich der Trader?
- Spricht er sachlich und informativ — oder prahlt er mit seinem Besitz und spricht hauptsächlich von seinen Erfolgen statt seines Wissens?
- Wie alt ist der Coach? Hast Du das Gefühl, er bringt eine gewisse Lebenserfahrung mit?
- Viel wichtiger — traust Du ihm pädagogische Kompetenz zu? Ein Trader kann sehr erfolgreich in seinem Job sein, das heißt jedoch noch lange nicht, dass er auch ein guter Lehrer ist.
- Ist er bemüht, seine Performance in irgendeiner Form offenzulegen?
- Ist die Person für Deine Fragen erreichbar — und wird darauf zügig und kompetent geantwortet?
Wir müssen Dir sicher nicht sagen, dass Dein Tradingcoach eine ganz wesentliche Rolle dabei spielt, wie schnell Du ans Ziel kommst — oder OB Du es überhaupt schaffst.
Du beherrschst kein Risikomanagement
Mittlerweile dürfte es allseits bekannt sein, doch wir müssen die Wichtigkeit dieses Punktes immer wieder unterstreichen. Du kannst psychologisch noch so stabil sein und über ein hervorragendes Handelssystem verfügen. Auch alle anderen in diesem Artikel genannten Gründe schaffst Du zu vermeiden. Dennoch — wenn Du nicht in der Lage dazu bist, Dein Geld und Risiko beim Traden richtig zu managen, dann wirst Du am Ende Geld verlieren oder sogar Dein Konto ruinieren.
Über das Thema sind ganze Bücher geschrieben worden. Grundsätzlich geht es um die Frage, wann Du einen Trade wieder schließt, egal, ob im Gewinn oder Verlust, und wie viel Kapital Du pro Trade im Verhältnis zu Deinem Gesamtkapital riskieren kannst und möchtest. Das ist natürlich von System zu System sehr unterschiedlich und individuell. Du MUSST hier allerdings dauerhaft einem festen Regelwerk folgen, sonst wirst Du es auf lange Sicht im Börsenhandel schwer haben.
Die falschen Handelsinstrumente
Schwer kannst Du es Dir auch machen, wenn Du schlicht und ergreifend die falschen Handelsinstrumente tradest. Wenn Du Dir Deinen Broker beispielsweise aussuchst, weil er so tolle Werbung auf den Banden der Bundesligaspiele macht, weißt Du damit noch nichts über seine Handelsbedingungen. Natürlich wollen wir hier nicht pauschal die Werbung von Brokern verteufeln, jeder muss schließlich in irgendeiner Form auf sich aufmerksam machen. Entscheidend sind die konkreten Konditionen für Deinen Handel.
Prüfe vor der Wahl eines Instruments, wo und mit wem Du handelst, wie Preise entstehen und welche Kosten und Risiken anfallen. CFDDifferenzkontrakt (Contract for Difference): eine Wette auf Kursbewegungen, ohne den Basiswert zu besitzen — außerbörslich über den Broker, durch Hebel hochriskant. werden in der Regel außerbörslich mit einem Anbieter gehandelt; auch der private Spot-ForexForeign Exchange: Handel mit Währungen wie EUR/USD. Privater Spot-Forex-Handel läuft häufig außerbörslich; Währungs-Futures und -Optionen können börslich gehandelt werden.-Handel läuft häufig außerbörslich. Währungs-Futures und -Optionen können dagegen an einer Börse gehandelt werden. Quelle: Investor.gov. Auch „0 Prozent Provision“ bedeutet nicht, dass Dein Handel insgesamt kostenlos ist: Je nach Produkt und Anbieter können etwa Spreads, Finanzierungskosten oder weitere Gebühren anfallen.
Börslich gehandelte Beispiele sind Aktien, ETFs, Anleihen, FuturesBörslich gehandelte, standardisierte Terminkontrakte: die Verpflichtung, einen Basiswert zu festem Preis und Termin zu kaufen oder zu verkaufen. und OptionenBörslich gehandelte Terminkontrakte, die das Recht — nicht die Pflicht — geben, einen Basiswert zu festem Preis zu kaufen oder zu verkaufen.. Auch dort kannst Du Geld verlieren. Vergleiche vor allem Produktstruktur, Liquidität, Hebel, Kosten und Gegenparteirisiko.
Börslich gehandelt
BeispieleAktien, ETFs, Futures, börsliche Optionen; auch manche Optionsscheine.
StrukturHandel über einen Börsenplatz mit dessen Regeln. Risiken und Kosten bleiben.
Außerbörslich gehandelt
BeispieleCFDs und Spot-Forex über einen Anbieter.
StrukturPreisstellung und Gegenpartei hängen vom Anbieter und Vertrag ab.
Börsliche Optionen und Optionsscheine sind unterschiedliche Produkte. Optionsscheine werden von einem Emittenten ausgegeben; sie können ebenfalls an einer Börse gehandelt werden, wobei der Emittent in der Regel An- und Verkaufspreise stellt. Quelle: Börse Frankfurt.
Blindes Vertrauen in vermeintliche Experten
Wir nähern uns dem Ende und kommen zu Punkt Nummer 9: Du hast zu viel Vertrauen in vermeintliche Experten. Wenn Du meinst, Du müsstest für erfolgreiches Trading von morgens bis abends die News im Blick haben und die Prognose von jedem erdenklichen Experten gelesen haben, dann kann ich Dich beruhigen: dem ist nicht so. Auch Experten können mit ihren Prognosen falschliegen. Ein einzelner Treffer belegt noch keine verlässliche Prognosequalität; im Rückblick findet sich leicht jemand, der die eingetretene Entwicklung vorhergesagt hat.
Ich höre morgens einen Wirtschafts-News-Podcast, der mich auf den neuesten Stand der Finanzwelt bringt, und am Abend schaue ich die Tagesschau. Das ist meine persönliche Nachrichtenroutine. Wenn Du nicht gerade explizit Newstrading betreibst, musst Du nicht jede Nachricht verfolgen. Welche Termine und Meldungen Du im Blick behalten musst, hängt aber von Deinem Markt, Deiner Haltedauer und Deinem Ansatz ab.
Wovon wir Dir strikt abraten würden, ist, allein auf der Basis irgendeiner vermeintlichen Expertenmeinung Investments einzugehen. Vor allem dann, wenn Du die Hintergründe dieses Experten nicht kennst oder nur schwer beurteilen kannst. Die Maxime bei TradeNeon ist, dass Du Deine Finanzen in die eigenen Hände nehmen und Deine Entscheidungen verstehen sollst.
Die Märkte verändern sich
Kommen wir nun zum letzten und aus meiner Sicht wichtigsten Punkt: Wenn Du der Meinung bist, Du hast in Deinem Tradingalltag eigentlich alle der vorangegangenen 9 Gründe immer gut beachtet und kommst dennoch nicht gut voran, dann lohnt sich ein Blick darauf, wie sich die Märkte verändert haben. Das ist weniger offensichtlich als viele andere Fehler und wird aus meiner Sicht häufig unterschätzt. Sich auf solche Veränderungen einzustellen, macht das Trading anspruchsvoll.
Eventuell hast Du schon einmal von den Turtle Tradern gehört. Richard Dennis und William Eckhardt brachten einer Gruppe von Teilnehmern ein regelbasiertes System für den Futures-Handel bei. Dazu gehörten nicht nur Einstiege, sondern auch Ausstiege, Positionsgrößen und Stops. Die Turtle Trader sind damit ein historisches Beispiel für das Erlernen eines vollständigen Handelssystems. Aus ihrer Geschichte lässt sich keine Rendite eines heutigen Systems ableiten. Quelle: Original Turtles.
Marktstruktur, Liquidität und Wettbewerb ändern sich. Wird ein Ansatz bekannt und von mehr Marktteilnehmern gehandelt, können sich seine Bedingungen verändern. Auch elektronischer Handel hat die Märkte verändert. Daraus folgt aber kein belegbares pauschales Enddatum für das Turtle-System. Zu jedem regelbasierten Ansatz gehört die Prüfung, ob seine Annahmen im heutigen Markt noch tragen.
Ein Einstieg wie „SMA 1 kreuzt SMA 2 von unten und Du gehst Long“ beschreibt zunächst nur eine Regel. Ob ein daraus entwickeltes System tragfähig ist, musst Du für die jeweiligen Märkte und Bedingungen prüfen. Auch ein Ansatz, der über mehrere Jahre funktioniert hat, kann später seinen Vorteil verlieren. Die Märkte befinden sich im permanenten Wandel; vergangene Ergebnisse sind keine Garantie für die Zukunft.
Elektronischer und algorithmischer Handel verändern die Marktbedingungen. Du musst verstehen, wie die Märkte funktionieren und erkennen, wann sie sich verändern. Hier kommt ein wichtiger Punkt, auf den wir in unserer Daytrading-Ausbildung genau eingehen: Es gibt aus unserer Sicht zwei Fragen, die Du Dir im Trading, vor allem im Daytrading, stellen solltest. WO liegt ein relevanter Preisbereich, und WAS geschieht dort tatsächlich? In unserem Ansatz prüfen wir beides. Das sind Prüfschritte, keine Erfolgsgarantie.
WO muss der Kurs hinkommen, damit ich trade? — und WAS muss DORT passieren, damit ich trade? Unser Ansatz ist, beide Beobachtungen zu verbinden: Erst überlegst Du, wo der Preis hinkommen soll. Ist der Kurs dann dort, eröffnest Du nicht blind den Trade — Du wartest, bis sich ein bestimmtes Setup an dieser Preismarke bildet. Und erst wenn DAS passiert, tradest Du.
Was sagen die bekannten Verlustquoten aus?
Die oft zitierten Risikohinweise beziehen sich auf private CFD-Konten eines Anbieters. Eine ESMA-Auswertung aus 2018 nennt 74 bis 89 Prozent verlustbringende CFD-Konten in untersuchten EU-Märkten. Das ist keine allgemeine Quote für alle Trader.
Wie lange dauert es, Trading zu lernen?
Das hängt von Vorwissen, verfügbarem Übungszeitraum, Markt und Methode ab. Ein erlerntes Regelwerk ersetzt weder Erfahrung noch eine Prüfung der eigenen Ergebnisse. Eine feste Dauer bis zur Profitabilität lässt sich nicht seriös angeben.
Wie prüfe ich eine Strategie aus einem Video?
Prüfe die Regeln an ausreichend vielen Trades und Marktphasen, einschließlich Gebühren, SlippageSlippage ist die Abweichung zwischen dem erwarteten und dem tatsächlich erzielten Ausführungskurs einer Order. und Verlustserien. Ein Video allein belegt keine tragfähige Strategie.
Was muss ich bei CFDs und Spot-Forex prüfen?
Beide können außerbörslich gehandelt werden. Prüfe Hebel, Kosten, Preisstellung, Gegenpartei und regulatorischen Status des Anbieters. Börsengehandelte Instrumente haben andere Strukturen, sind aber nicht risikofrei.
Was ist der wichtigste Fehler, den ich vermeiden sollte?
Die Gründe greifen ineinander. Ein fehlendes Risikolimit kann auch eine gute Analyse entwerten. Realistische Erwartungen, Geduld und das Prüfen eigener Entscheidungen sind ebenso wichtig; keine dieser Maßnahmen garantiert einen Gewinn.
Ich hoffe sehr, dieser Blogartikel hat Dir gefallen und Du konntest etwas für Dich lernen. Wir selbst waren überrascht, wie viele Gründe uns doch spontan eingefallen sind, warum es private Trader oftmals so schwer haben. Diese zehn Punkte geben Dir Fragen für die eigene Prüfung an die Hand. Ein Plan, ein passendes Risikobudget und eine ehrliche Auswertung helfen Dir, Entscheidungen nachvollziehbar zu treffen. Auch mit guter Vorbereitung bleiben Verluste möglich.
