
Jeden Freitag veröffentlicht die US-Behörde CFTC den Commitments-of-Traders-Bericht, der zeigt, wie meldepflichtige Trader in Futures-Märkten zum Stichtag Dienstag positioniert sind. Welche Händlergruppen darin stehen und warum ein Extremwert allein noch keinen Trade begründet, ordnet dieser Artikel ein. Aussagekräftiger kann die Positionierung im Verhältnis zum gesamten Open Interest und zur Anzahl der Trader sein.
Drei Gruppen, drei Positionen. Jede Woche neu gemeldet.Bild: TradeNeon
Dann der Chart.
Inhalt anzeigen
Der Commitments-of-Traders-Bericht zeigt einmal pro Woche, wie meldepflichtige Trader in Futures positioniert sind; was hinter einer einzelnen Position steht, zeigt er nicht. Wegen der Verzögerung von einigen Tagen eignet er sich vor allem fürs Swingtrading. Klassische Indikatoren wie Nettopositionierung und COT-Index betrachten jede Gruppe für sich; aussagekräftiger kann die Positionierung im Verhältnis zum gesamten Open Interest und zur Anzahl der Trader sein, verbunden mit einer chartbasierten Einstiegslogik.
Das Video
Beim Abspielen wird eine Verbindung zu YouTube hergestellt. Auf YouTube ansehen
Kapitel im Video 19
Ein Klick auf eine Zeitmarke startet das Video an dieser Stelle.
Video: ATAS DeutschlandWeitere Videos von TradeNeon findest Du auf unserem YouTube-Kanal.
Was der CoT-Bericht ist
CoT steht für Commitments of Traders. Der Bericht der US-Behörde CFTC zeigt, wie die Trader in einem Futures-Markt positioniert sind. Überschreitet ein Trader in einem Markt die von der CFTC festgelegte Meldeschwelle, werden seine Positionen über berichtende Firmen wie Clearing-Mitglieder und Broker an die CFTC gemeldet. Die meisten Futures, mit denen Privattrader arbeiten, laufen an der CME. Stichtag der gemeldeten Positionen ist jeweils der Dienstag; am folgenden Freitag veröffentlicht die CFTC den Bericht. Er ist auf der Website der CFTC frei abrufbar.
Die Verzögerung von einigen Tagen ist für Daytrading nur bedingt hilfreich, auch wenn es einzelne Anwendungsfälle gibt. Für das Swingtrading spielt sie kaum eine Rolle, zumal sich die Daten von einer Woche zur nächsten meist nur wenig verändern. Deshalb sind CoT-DatenDie wöchentlichen Positionsdaten des Commitments-of-Traders-Berichts der US-Behörde CFTC zu Futures-Märkten. vor allem ein Werkzeug für Swingtrader.
Wie CoT-Daten im Swingtrading grundsätzlich eingesetzt werden, kannst Du auch in unserem Artikel CoT-Daten im Trading: Ein Blick in die Karten der Großen nachlesen.
Die Händlergruppen im Bericht
Die CFTC stellt den Bericht in verschiedenen Formaten bereit, auch kommagetrennt für die Auswertung in Excel. Es gibt zwei Report-Arten: den klassischen Legacy-Report und den moderneren Disaggregated Report. Beide gibt es jeweils als „Futures Only“ und als „Futures-and-Options Combined“; Privattrader nutzen meist die Futures-only-Fassung. Wie sich die Händlergruppen unterscheiden, zeigt die Tabelle.
| Kriterium | Legacy-Report (klassisch) | Disaggregated Report |
|---|---|---|
| Meldepflichtig: kommerziell / Absicherung | Commercials | Producer/Merchant/Processor/User (eine Kategorie, entspricht grob den Commercials) |
| Meldepflichtig: Swap-Geschäft | Nicht getrennt ausgewiesen, in der Regel unter den Commercials enthalten | Swap Dealers |
| Meldepflichtig: Spekulation | Non-Commercials | Managed Money |
| Meldepflichtig: übrige | Nicht getrennt ausgewiesen, überwiegend unter den Non-Commercials enthalten | Other Reportables |
| Nicht meldepflichtig | Nonreportable Positions: zusammengefasste Restgröße (gesamtes Open Interest minus meldepflichtige Positionen), einzelne Trader nicht ausgewiesen | Nonreportable Positions: zusammengefasste Restgröße (gesamtes Open Interest minus meldepflichtige Positionen), einzelne Trader nicht ausgewiesen |
Im klassischen Report sind die CommercialsTrader, die Futures nach CFTC-Einstufung zur Absicherung im Zusammenhang mit ihrem Geschäft nutzen, etwa Produzenten und Weiterverarbeiter einer Ware. Trader, die Futures nach CFTC-Einstufung zur Absicherung ihres Geschäfts nutzen, etwa Kaffeebauern als Produzenten und Weiterverarbeiter als Abnehmer. Die Non-CommercialsMeldepflichtige Trader, die nicht als kommerziell eingestuft sind, typischerweise Fonds und andere Spekulanten. sind meldepflichtige Trader, die nicht als kommerziell gelten, typischerweise Fonds und andere Spekulanten, die auf die Preisbewegung setzen. Alle Positionen unterhalb der Meldeschwelle landen in den Nonreportable Positions, zu denen die meisten Privattrader gehören.
Der disaggregated Report kennt vier meldepflichtige Kategorien. Die Swap Dealer sind ein Sonderfall: Ein Swap Dealer sichert zum Beispiel einem Weizenbauern einen Preis außerhalb der Börse zu und spekuliert darauf, dass der Weizenpreis steigt. Wird ihm das Risiko zu groß, sichert er sich an der Futures-Börse ab. Im Indikatorenbild sieht das ähnlich aus wie bei den Commercials, die Denkweise entspricht eher der der Spekulanten; in der Auswertung, die das Webinar zeigt, werden die Swap Dealer deshalb ausgeblendet. Das Managed MoneyVermögensverwalter wie CTAs, CPOs und Fonds, die für Kunden Futures handeln (CFTC-Definition). Im disaggregated Report vergleichbar mit den Non-Commercials im klassischen Report. umfasst Vermögensverwalter und Fonds, also die Großspekulanten. Die Other Reportables sind alle, die in keine andere Kategorie passen.
Außerdem weist der Bericht aus, wie viele Trader pro Kategorie eine Position halten (number of traders). Gemeint sind die meldepflichtigen Trader je Kategorie, oft Unternehmen oder Fonds. Diese Angabe wird leicht übersehen. Im Mittelpunkt stehen drei Angaben: das gesamte Open InterestDie Zahl der offenen Futures-Kontrakte eines Marktes. Sie steigt, wenn neue Kontrakte entstehen, und sinkt, wenn bestehende geschlossen werden; das Handelsvolumen zählt dagegen jede Transaktion., die Positionierung der Commercials und die der Großspekulanten.
Welche Gruppe heute am meisten zählt
Vor zehn Jahren, als das Thema in Deutschland aufkam, galten die Produzenten als die Gruppe, auf die man am ehesten schaut. Die Logik dahinter: Ein Kaffeebauer sieht Wetter und Pflanzen und kann am besten beurteilen, ob der Preis fair ist.
Commercials nutzen die Futures-Märkte klassisch fürs HedgingDie Absicherung gegen Preisschwankungen, zum Beispiel durch den Kauf oder Verkauf von Futures.. Fällt der Preis, kaufen Weiterverarbeiter Futures, weil die Ware günstig ist. Steigt er, verkaufen Produzenten Futures, weil der Preis attraktiv wird. Beide stehen damit gegen die Trendbewegung. Diese Rolle hat sich verschoben: Auch Marktteilnehmer im Bereich der Commercials spekulieren inzwischen, was ihr Verhalten für Privattrader weniger klar macht als früher.
Bei den Non-Commercials ist das Geschäftsmodell klarer: Sie wollen an Preisbewegungen verdienen, gestützt auf eigene Analyseabteilungen. Was hinter einer einzelnen Position steht, zeigt der Bericht allerdings nicht, denn die CFTC ordnet Trader nach ihrem überwiegenden Geschäft einer Kategorie zu. Dass diese Gruppe die Märkte am häufigsten richtig einschätzt, ist eine Wertung: „Mittlerweile lässt sich statistisch auswerten, dass die Non-Commercials, also die Großspekulanten, mit ihrer Einschätzung der Märkte am häufigsten richtig liegen. Ihre Intention ist immer klar gesetzt“, sagt Oliver Sparing. Sein Hauptaugenmerk liegt deshalb auf den Non-Commercials, im disaggregated Report auf dem Managed Money; mit ihnen entwickelt er seinen grundsätzlichen Bias.
Liquidität und das Warnzeichen
Der native CoT-Indikator in ATAS zeigt die Nettopositionen, am Beispiel Gold: grün die Großspekulanten, rot die Commercials. Im Normalfall laufen die Linien trichterförmig gegeneinander. Fällt der Preis, bauen die Großspekulanten Short-Positionen auf, und die Commercials kaufen.

Der CoT-Bericht zeigt Positionierung, nicht unmittelbar die Liquidität im Markt. Als LiquiditätDas Angebot an Preisen und Gegenparteien im Markt. Wo Käufer und Verkäufer jeweils eine Gegenseite finden, bleibt der Preis stabiler. lässt sich daraus ableiten: Bilden Spekulanten und Hedger jeweils die Gegenseite zueinander, hält das die Märkte stabil. Ein Marktplatz macht den Gedanken anschaulich. Verkaufen dort 50 Händler Eier, bleibt der Preis stabil. Hat nur noch ein Händler Eier, kann er den Preis nach Belieben treiben. Den Preis bestimmen in erster Linie Angebot und Nachfrage an den Kassamärkten; die Futures-Märkte bieten Absicherungsmöglichkeiten und können dazu beitragen, Preise stabil zu halten.
Daraus ergibt sich ein mögliches Warnzeichen. Oliver Sparing beschreibt es so: „Wenn beide plötzlich in dieselbe Richtung anfangen zu handeln, dann wird es kritisch, egal ob nach oben oder nach unten, in den Aktienmärkten natürlich in erster Linie nach unten. Wenn sowohl Spekulanten als auch Hedger durch Verkäufe auffallen, fehlt dem Markt die Liquidität.“ Zum Nachschauen bietet sich die Zeit Anfang 2020 an, als Corona aufkam. Für Aktienindizes wie den S&P 500 gilt die Aussagekraft der CoT-Daten als geringer als in Rohstoffen; als Blick auf die Gesundheit des Marktes können sie trotzdem nützlich sein. Im Daytrading und im Swingtrading bleibt die Liquidität im Blick.
Klassische Indikatoren: Nettopositionierung und COT-Index
Die bekanntesten Indikatoren sind die NettopositionierungLong-Positionen minus Short-Positionen einer Händlergruppe als absoluter Wert. und der COT-IndexEin Indikator von Larry Williams, der die Nettopositionierung auf den Höchst- und Tiefstwert einer Periode normalisiert und in Prozent ausgibt.. Die Nettopositionierung zieht bei einer Händlergruppe die Short- von den Long-Positionen ab. Steigt die Linie, wurde in der Woche mehr gekauft als verkauft. Sie bleibt dabei innerhalb der jeweiligen Gruppe und setzt sie nicht ins Verhältnis zu anderen. Sie zeigt vor allem, ob die Positionierung steigt oder fällt. Mittelbar lässt sich daraus auch ein Hinweis auf die Liquidität des Marktes ableiten.
Der COT-Index geht auf Larry Williams zurück. Er normalisiert die Nettopositionierung einer Gruppe auf den höchsten und den niedrigsten Wert einer Periode, zum Beispiel 52 Wochen, und gibt in Prozent an, wo die Gruppe gerade dazwischen steht. Werte nahe 0 oder 100 gelten klassisch als überverkaufter oder überkaufter Bereich. Im Gold-Beispiel fiel der Index im März 2022 unter 20, und der Markt drehte. An anderer Stelle lief er nach einem extremen Wert noch deutlich weiter.

Diese Indikatoren sind in die Jahre gekommen. Nach Olivers Beobachtung funktionieren sie nicht mehr so gut wie vor 15, 20 oder 30 Jahren. Als Grundlagenwissen zu CoT-Daten gilt die Literatur dazu, etwa von Larry Williams, weiterhin als lesenswert.
Open Interest und Volumen
Zwei Begriffe werden oft verwechselt: Das Volumen zählt jede Transaktion, das Open Interest die offenen Kontrakte. Ein Beispiel aus dem Webinar: Ein Käufer kauft von einem Verkäufer einen Futures-Kontrakt. Jetzt gibt es einen Vertrag, das Open Interest steht bei 1, und eine Transaktion, das Volumen steht ebenfalls bei 1. Verkauft der Käufer den Kontrakt an einen neuen Käufer weiter, sind es zwei Transaktionen, das Volumen steigt auf 2. Es besteht aber weiterhin nur ein Vertrag, das Open Interest bleibt bei 1.
Wie sich das Open Interest verändert, hängt davon ab, ob die Beteiligten Positionen eröffnen oder schließen. Eröffnen beide Seiten neu, steigt es um einen Kontrakt. Eröffnet eine Seite und schließt die andere, bleibt es gleich, wie im Beispiel mit dem zweiten Käufer. Schließen beide, sinkt es. Das Open Interest zeigt damit das Handelsinteresse an einem Markt. So lässt sich einordnen, ob eine Kursbewegung durch neue Positionen entsteht oder dadurch, dass Marktteilnehmer Gewinne mitnehmen.
Zwei Schwachstellen und die eigene Auswertung
An den klassischen Indikatoren fallen zwei Schwachstellen auf. Erstens betrachten sie eine Gruppe für sich. Steigt das Netto-Long-Open-Interest der Commercials, ist das weniger aussagekräftig, wenn das gesamte Open Interest des Marktes parallel viel stärker wächst. Im Verhältnis zum Gesamtmarkt gesehen wird die Positionierung aussagekräftiger.
Zweitens beziehen sie sich nur auf das Open Interest und nicht auf die Anzahl der Trader, die eine Position halten. Ein extrem hohes Open Interest, das nur drei oder vier von 200 Tradern halten, sagt etwas anderes aus als eines, das fast alle verfügbaren Trader aufgebaut haben.
Deshalb baute sich Oliver Sparing zunächst eigene Excel-Tabellen mit eigenen Algorithmen, in die er jedes Wochenende die Positionierungen von Managed Money und den Commercials eintrug. Die Auswertung kostete ihn drei bis fünf Stunden pro Wochenende. Später entstand mit einem Programmierer aus der Swingtrading-Ausbildung eine Software, die diese Auswertung jede Woche rechnet: die TradeNeon-Software, heute Futures Insights.
In einer Darstellung der TradeNeon-Software steht das Open Interest gegen die Anzahl der Trader. Auf der y-Achse liegt das Open Interest, auf der x-Achse die Anzahl der Trader, die es halten. So entsteht eine historische Punktwolke: Blassere Punkte liegen weiter zurück, der große weiße Punkt ist der aktuelle Bericht. Im gezeigten Gold-Beispiel (Managed Money long, Stand 23.07.2024) halten 105 Trader Long-Positionen mit einem Open Interest von 197.802 Kontrakten; der Punkt liegt im oberen Mittelfeld der Wolke. Als Gedankenspiel lässt sich der Extremfall oben rechts durchspielen: Steigt der Preis, während der aktuelle Bericht dort liegt, sind schon viele Trader historisch hoch long, und es fällt schwer zu sagen, wer noch kaufen soll. Oliver Sparing nennt das selbst eine Milchmädchenrechnung, hat solche Situationen in der Praxis aber als wertvoll erlebt. Extreme können sich allerdings weiter ausbauen, deshalb ist Vorsicht nötig.

Warum Extremwerte kein Auslöser sind
Was ein Extremwert aussagt, zeigt sich am Beispiel der Short-Positionen der Commercials. Fällt dieser Wert auf ein historisch niedriges Niveau, verkaufen die Produzenten offenbar nicht mehr, weil ihnen der Preis zu niedrig ist. Das ist eine nützliche Information, und ein Privattrader kann darauf warten, dass der Preis dreht.
Genau hier liegt der Haken. Heißt es, CoT-Daten funktionierten nicht mehr, kann das auch an der Anwendung liegen: Ein extremer Wert heißt nicht, dass Du sofort kaufst oder verkaufst. Im Gold-Beispiel steigt der Preis weiter, obwohl der Indikator immer extremere Werte ausgibt.
Fundamentaldaten wie CoT, Saisonalität und Terminstruktur verbindest Du deshalb mit einer chartbasierten Logik, um Einstiege zu finden. Dazu braucht es Verständnis von Marktlogik, Auktions- und Preisbildungsverfahren. Als Möglichkeiten für die Einstiege bieten sich VWAP, Volume Profile, Price Action und technische Analyse an. Für das Swingtrading sind Fundamentaldaten wie CoT ein Werkzeug, mit dem sich die Ausgangslage prüfen lässt, bevor über Kaufen oder Verkaufen nachgedacht wird.
Wie die Großspekulanten handeln
Das Verhalten der Großspekulanten beschreibt Oliver Sparing so: „Die Großspekulanten fangen an, in Abwärtsbewegungen ihre Short-Positionierungen auszubauen. Je weiter der Markt sinkt, desto mehr sind sie short. Wenn der Preis dreht und anfängt zu steigen, bauen sie ihre Long-Positionierungen auf, und je weiter der Markt steigt, desto mehr kaufen sie.“ Privattrader tun häufig das Gegenteil: Sie sehen einen fallenden Markt, denken, tiefer könne er kaum noch gehen, kaufen und erleben, dass er weiter fällt.
Die Konsequenz formuliert er so: „Wenn Du an der Börse Geld verdienen willst, dann handle so wie die Großspekulanten und nicht umgekehrt. Du willst in steigende Preise kaufen und in fallende Preise verkaufen, und Du willst nie der Held sein, der das absolute Tief einer Bewegung erwischt.“ Das ist für Oliver Sparing die wichtigste Botschaft des Webinars.
Was Du aus dem Webinar mitnehmen kannst
- Der CoT-Bericht ist ein Swingtrading-Werkzeug. Die Daten erscheinen wöchentlich und ändern sich meist langsam. Für kurzfristiges Trading helfen sie nur bedingt.
- Der Blick geht zuerst auf die Non-Commercials. Im disaggregated Report ist das das Managed Money; mit ihnen lässt sich ein grundsätzlicher Bias entwickeln. Was hinter einer einzelnen Position steht, zeigt der Bericht nicht.
- Positionierung braucht Bezug. Setze sie ins Verhältnis zum gesamten Open Interest und zur Anzahl der Trader, die eine Position halten.
- Ein Extremwert ist noch kein Einstieg. Verbinde die Daten mit einer chartbasierten Logik und mit Verständnis für Marktlogik.
„Nur weil diese Daten einen extremen Wert angenommen haben, heißt das nicht, dass wir wild auf Kaufen oder Verkaufen klicken.“
Oliver Sparing im ATAS-Webinar
Über das Webinar
Das Webinar lief am 1. August 2024 in der Webinar-Reihe auf dem YouTube-Kanal von ATAS Deutschland. ATAS ist eine Handelsplattform für Order-Flow-Analyse. Oliver ist dort regelmäßig zu Gast; alle Auftritte findest Du auf unserer Seite Zu Gast bei.
Hinweis: Das Video ist eine Aufzeichnung aus dem Jahr 2024. Marken- und Firmennamen im Video entsprechen dem damaligen Stand.
Was ist der CoT-Bericht und wann erscheint er?
CoT steht für Commitments of Traders. Überschreitet ein Trader in einem Futures-Markt die von der CFTC festgelegte Meldeschwelle, werden seine Positionen über berichtende Firmen wie Clearing-Mitglieder und Broker an die US-Behörde CFTC gemeldet. Stichtag der gemeldeten Positionen ist jeweils der Dienstag; am folgenden Freitag veröffentlicht die CFTC den Bericht. Er ist auf der Website der CFTC frei abrufbar.
Sind CoT-Daten auch fürs Daytrading nützlich?
Nur bedingt. Die Daten gelten vor allem als Werkzeug für das Swingtrading, weil die Verzögerung von einigen Tagen dort kaum eine Rolle spielt und sich die Werte von Woche zu Woche meist nur wenig ändern. Die Liquidität des Marktes bleibt trotzdem im Blick.
Welche Händlergruppe steht im Mittelpunkt?
Häufig die Non-Commercials, im disaggregated Report das Managed Money. Ihr Geschäftsmodell ist klarer: Sie wollen an Preisbewegungen verdienen. Was hinter einer einzelnen Position steht, zeigt der Bericht nicht, denn die CFTC ordnet Trader nach ihrem überwiegenden Geschäft einer Kategorie zu. Bei den Commercials ist das Bild unschärfer, weil auch dort Marktteilnehmer spekulieren.
Warum reicht ein extremer Wert im CoT-Bericht nicht für einen Trade?
Ein Extremwert kann sich weiter ausbauen, und der Preis läuft oft trotzdem weiter. Die Daten werden deshalb mit einer chartbasierten Einstiegslogik und mit Verständnis für Marktlogik verbunden, statt bei einem Extrem sofort zu kaufen oder zu verkaufen.
Was ist der Unterschied zwischen Open Interest und Volumen?
Das Volumen zählt jede Transaktion, das Open Interest die offenen Kontrakte. Verkauft ein Käufer seinen Kontrakt an einen neuen Käufer weiter, steigt das Volumen auf 2, das Open Interest bleibt bei 1. Eröffnen beide Seiten neue Positionen, steigt das Open Interest; schließen beide, sinkt es.
