Das Wichtigste vorweg

Oliver beginnt mit der Marktanalyse und prüft mögliche Einstiege anschließend im Orderbuch. Im Swingtrading kombiniert er mehrere Strategien. CoT-Daten und Saisonalität liefern dafür Orientierung; den Einstieg bestimmt das Setup, die Positionsgröße das Risikomanagement.

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Das Video

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Olivers Weg zum Trading

Oliver kommt aus dem Rohstoffbereich. Wie er im Interview erzählt, beschäftigt er sich um 2010 und 2011 mit der Börse; beruflich handelt er damals mit physischen Anlagemetallen wie Münzen und Barren, nicht an der Börse.

Sein erstes CFD-Konto verliert er am ersten Abend, und das wird zum Anlass, die Börse von Grund auf zu lernen. Danach folgen Swingtrading und der Optionshandel, die erste Disziplin, in der es für ihn aufging. Später kommen das Daytrading sowie der Orderbuch- und der Orderflow-Handel hinzu, zum Zeitpunkt des Interviews seine Steckenpferde. Daneben handelt er weiter Optionen, auch Zero-DTE-Optionen, außerdem Futures, Rohstoffe und Aktien.

Das Handwerk im Daytrading hat er an einem Trading Floor in London gelernt. Ein Trading-Naturtalent war Oliver nicht: Vieles musste er sich hart erarbeiten, und es dauerte lange, bis er profitabel wurde. Weil er ein emotionaler Mensch ist, passt er Positionen und Risiko an seinen Charakter an.

Sein Einstieg über CFDs ist für Oliver auch ein Beispiel dafür, wie stark der erste Kontakt zur Börse von Werbung und persönlichen Begegnungen geprägt sein kann. Später konzentriert er sich auf börsengehandelte Aktien, Futures und Optionen. Er beschreibt damit seinen eigenen Lernweg; daraus lässt sich keine pauschale Bewertung heutiger Broker ableiten.

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Wo ein Trade infrage kommt

Der Tag im Orderflow-Daytrading beginnt mit einer umfangreichen Marktanalyse. Wichtig ist zu verstehen, welche Setups man handelt, und mindestens genauso, wo man sie handelt. Dafür wertet Oliver jeden Morgen mehrere Datenquellen aus: Daten aus Dark Pools, die SPANEin Risikoverfahren zur Berechnung von Margin-Anforderungen anhand verschiedener Markt- und Portfolio-Szenarien. Es weist keine institutionellen Kauf- oder Verkaufsabsichten aus.-Daten der CME, Optionsdaten und Dealer-Hedging-Daten, dazu die Liquidität im Orderbuch sowie Volume Profiles und Market Profiles. SPAN dient der Margin-Berechnung. Daraus abgeleitete Preiszonen sind Teil seiner Analyse, kein direkter Nachweis institutioneller Positionen.

Aus der Kombination entstehen Zonen, in denen institutionelles Interesse liegen dürfte. Daraus ergibt sich der Plan für den Tag: wo Trades infrage kommen, wo nicht (mindestens genauso wichtig) und in welche Richtung. „Marktanalyse ist das A und O. Du willst niemals irgendwo im Nirgendwo traden“, sagt Oliver Sparing. Die Analyse macht er weiterhin von Hand. Die Software von TradeNeon ist eine Spiegelung davon: Sie bringt die Levels in die Charts verschiedener Plattformen.

Dealer Hedging

Im Mittelpunkt steht das Dealer HedgingAbsicherung der Risiken eines Händlerportfolios, beispielsweise durch Futures oder Aktien. Die erforderliche Anpassung hängt von der Nettoposition und ihrer Sensitivität ab.. Market MakerMarktteilnehmer, die Kauf- und Verkaufskurse stellen. Dabei tragen sie unter anderem Bestands- und Kursrisiken, die sie steuern oder absichern. stellen Kauf- und Verkaufskurse und übernehmen dabei Positionsrisiken. Sie können das Kursrisiko ihres Optionsportfolios beispielsweise mit Futures oder Aktien absichern. Verändert sich dessen Delta, kann eine Anpassung dieser Absicherung nötig werden. Entscheidend ist die Nettoposition des Portfolios, nicht jeder einzelne Optionstrade für sich. Modelle können mögliche Hedging-Flüsse abschätzen; sie hängen aber von den verfügbaren Daten und Annahmen über die Positionierung ab. Daraus folgt kein sicherer Kauf- oder Verkaufszwang an einer bestimmten Marke.

CoT-Daten nutzt Oliver für den mittel- bis längerfristigen Blick. Die Berichte erscheinen in der Regel freitags mit dem Stand vom Dienstag und sind keine Echtzeitdaten für einen Intraday-Einstieg. Dealer-Hedging-Modelle nutzt er dagegen zur Vorbereitung des Handelstags. Auch diese Zonen bleiben Arbeitshypothesen: Ob eine Reaktion entsteht, muss er am Level prüfen. Ein Preislevel allein reicht ihm deshalb nicht für eine Limit-Order. Der Stop muss zum Setup und zur Volatilität passen; bei schnellen Bewegungen kann die Ausführung vom vorgesehenen Preis abweichen.

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Was im Orderbuch passiert

Kommt der Markt an ein vorher definiertes Level, schaut Oliver ins Orderbuch. Heatmap und klassisches Orderbuch haben beide ihren Nutzen; er arbeitet viel mit der HeatmapDie Heatmap zeigt das Orderbuch über die Zeit: wo Limit-Orders lagen und wie groß sie waren. und kombiniert beide Darstellungen. Beobachtet wird, wie sich Liquidität verschiebt, wo Orders gefillt werden, wo neue hereinkommen, wo rebalanciert wird und wie sich das Delta verändert. Das Orderbuch soll den Plan bestätigen, der vorher gemacht wurde.

Was Oliver im Orderbuch sieht, muss er interpretieren. Sein Ziel ist ein wiederholbares Setup, dessen Ergebnisse sich auswerten lassen. Ein früher Einstieg und das Warten auf zusätzliche Bestätigung haben unterschiedliche Folgen für Einstiegspreis, Stop-Abstand und Chance-Risiko-Verhältnis. Welche Variante für seinen Ansatz tragfähig ist, prüft er anhand der Statistik. Eine günstige historische Auswertung ist dabei noch kein Beleg dafür, dass ein Vorteil künftig bestehen bleibt.

Oliver sieht in KI eine Möglichkeit, Teile solcher Strategien algorithmisch umzusetzen. Zugleich hält er den menschlichen Interpretationsspielraum im diskretionären Daytrading für relevant. Das ist seine Einschätzung; ob daraus ein Vorteil entsteht, muss sich für den jeweiligen Ansatz erst zeigen.

Die fünf Faktoren im Orderflow

  • Passive Marktteilnehmer Wie verändern sich Limit-Orders, wo werden sie ausgeführt oder zurückgezogen? Eine Löschung allein belegt noch kein SpoofingOrders, die bereits mit der Absicht eingestellt werden, sie vor der Ausführung zu stornieren. Nicht jede zurückgezogene Order ist Spoofing; die Absicht lässt sich aus der Heatmap allein nicht sicher feststellen..
  • Aktive Marktteilnehmer Wer bewegt den Markt mit Market Orders, und gibt es einen Shift im Delta?
  • Markt- und Auktions­geschwindigkeit Das lässt sich im klassischen Orderbuch besser beobachten. Fängt der Markt an zu „zappeln“?
  • Orderflow-Events AbsorptionGroße Mengen aggressiver Orders werden von Limit-Orders aufgenommen, ohne dass der Kurs weiterläuft., Stoprun, Exhaustion, Sweeps.
  • Price Action In der Mikrostruktur ist sie mindestens so relevant wie auf einem Tages- oder Monatschart.

Entscheidend ist, dass diese Vorgänge an Preiszonen stattfinden, die seine Analyse als möglicherweise relevant eingeordnet hat. Nur ein kleiner Teil dessen, was im Markt ständig passiert, ist nutzbar. Gerade Einsteiger sehen nach den ersten Konzepten wie Absorption oder Eisbergorders hinter jeder Ecke eine Gelegenheit.

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Am Level zählt die Reaktion

Oliver konzentriert sich im Interview auf die US-Session und vor allem auf die ersten ein bis zwei Stunden nach der Eröffnung in New York. Die letzten beiden Handelsstunden hat er früher häufiger gehandelt. Seit seinem Umzug nach Dubai nutzt er diese späte Phase nach eigener Aussage allenfalls noch für statistische Zero-DTE-Trades, nicht mehr für sein klassisches Daytrading. Sein Schwerpunkt liegt auf dem ES-Future, dem E-mini S&P-500-Future; früher handelte er auch Gold- und Erdöl-Futures. Für den ES stehen ihm die meisten Daten für seine Analyse zur Verfügung.

Zuerst schaut er auf sein Bild vom Markt: Stunden- und Vier-Stunden-Chart, in welcher übergeordneten Marktphase der Markt steht, wie er auf seine Levels reagiert hat. Dann legt er sich einen Plan zurecht und stellt einen Alarm auf das nächste relevante Preislevel. Ein häufiger Anfängerfehler ist es, davor zu sitzen und sich verrückt zu machen, weil man hinter jeder Ecke eine Gelegenheit sieht. Er wartet geduldig, bis der Markt an die Zone kommt, und beobachtet dann das Orderbuch.

Dafür nutzt er einen klassischen Candlestick-Chart auf 5 Minuten, „ein guter alter 5-Minuten-Chart“. Ein 1-Minuten- oder 15-Minuten-Chart ist genauso in Ordnung. Dazu kommen ein Market Profile und ein Volume Profile, um Auktionsverfahren und Marktstruktur nachzuvollziehen. In der Praxis arbeitet er mit einer Kombination aus Bookmap und TradingView. Für Orderbuchdaten braucht man Live-Marktdaten der Börse und eine Software wie Bookmap oder Quantower, in Kombination mit einem Datenfeed.

Um wichtige Nachrichtentermine macht Oliver einen Bogen. Er beschreibt, wie vor US-Wirtschaftsdaten sichtbare Liquidität aus der Heatmap verschwinden und nach der Veröffentlichung zurückkehren kann. Er wartet, bis sich die Bedingungen für seinen Ansatz wieder beruhigt haben. Eine feste Minutenzahl macht den Markt nicht verlässlich handelbar. Sein kurzfristiger Fokus liegt auf Marktmechanik und Orderflow; überraschende Wirtschafts- und Politiknachrichten können trotzdem Preis und Ausführung beeinflussen.

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Im Swingtrading zählt das Portfolio

Aus Olivers Sicht verlangt Orderflow-Daytrading viel Einarbeitung und Erfahrung. Die eigene Statistik hilft ihm, Vertrauen in einen Ansatz aufzubauen; sie beseitigt die Unsicherheit künftiger Ergebnisse nicht. Swingtrading erlebt er häufig als ruhiger und leichter vermittelbar. Wer sich für Daytrading entscheidet, sollte aus seiner Sicht großes Interesse an den Märkten mitbringen und die psychische Belastung ernst nehmen. Das Motto „Trade like a Machine“ passt nicht zu ihm: Menschen haben Emotionen und müssen lernen, damit umzugehen. Wenn er merkt, dass er emotionaler reagiert, verzichtet er in dieser Phase auf Daytrading.

Mehrere Strategien statt einer

Oliver baut sein Trading-Portfolio wie ein langfristiges Aktienportfolio auf: mit Diversifikation, also mit mehreren, möglichst wenig miteinander korrelierenden Strategien. Wer sich nur auf eine verlässt, kann über längere Zeit eine schlechte Phase erleben. Das hat er selbst bei klassischen Einkommensstrategien mit Optionen auf den ES-Future und den SPX gesehen. Für den Anfang ist es dagegen wichtig, zuerst eine Strategie richtig zu lernen und sich erst danach breiter aufzustellen. Im Swingtrading arbeitet er mit vier Bausteinen.

  • Rohstoffhandel mit CoT-Daten Als theoretisches Fundament dienen CoT-Daten, saisonale Muster und Terminstruktur, kombiniert mit einem markttechnisch logischen Setup.
  • Strategie im 4-Stunden-Chart Sie kombiniert Marktstruktur und Auktionslogik mit Fibonacci Retracements.
  • Drei Aktienstrategien Eigene Indikatoren filtern Aktien nach verschiedenen Kriterien vor. Danach steigt er im Momentum oder bei Rücksetzern ein.
  • Optionsstrategien Als vierter Baustein kommen Optionsstrategien hinzu.

Swingtrading ist sein „Brot und Butter“. Wie sich Day- und Swingtrading bei Kunden verteilen, schwankt: Mal gibt es mehr Interesse an dem einen, mal an dem anderen. Manche ergänzen nach einer Zeit das Daytrading, andere merken im Daytrading, dass es sie zu sehr stresst, und wechseln ins Swingtrading.

CoT-Daten und eigene Indikatoren

Im Rohstoffbereich nutzt Oliver CoT-Daten als Basisfilter. Er beschreibt eigene Indikatoren, die neben der Positionierung auch das Open InterestDie Zahl aller offenen Kontrakte in einem Future-Markt., die Zahl der gemeldeten Händler und den Preis berücksichtigen. Dabei ist die Datenbasis zu unterscheiden: Der Disaggregated CoT Report führt Produzenten, Händler, Verarbeiter und Nutzer eines Rohstoffs in einer gemeinsamen Gruppe. Separate Long- und Short-Positionen dieser Gruppe weisen deshalb nicht automatisch Produzenten und Weiterverarbeiter getrennt aus.

Dry PowderTradeNeon-Indikator auf Basis von Open Interest und Trader-Anzahl zur Einordnung des Positionierungsspielraums. nutzt laut TradeNeons Produktbeschreibung Open Interest und Trader-Anzahl. OBOS setzt die aktuelle Positionierung ins Verhältnis zum offenen Interesse und zu den Extremwerten der Vorjahre. Beide betrachten die Positionierung aus unterschiedlichen Perspektiven; die vereinfachte Gleichsetzung von Dry Powder mit einer absoluten Nettoposition greift zu kurz.

Für Oliver ersetzt diese Ausgangslage noch keinen Einstieg. Bei seinem Ansatz wartet er auf ein passendes Setup, bevor er sich gegen einen vorherrschenden Trend positioniert. Er beschreibt einen markanten Volumenberg im Volume Profile und den ersten Ausbruch daraus gegen die bisherige Trendrichtung. Die CoT-Analyse soll ihm helfen, das mögliche Potenzial einer Bewegung einzuordnen. Ob und wann daraus ein Trade wird, entscheidet erst das Zusammenspiel mit dem Chart. Wie die Daten grundsätzlich funktionieren, steht ausführlich im Video-Artikel zum ATAS-Webinar.

Bei der Auswahl der Händlergruppen verweist Oliver auf interne Auswertungen, in denen die Positionierung spekulativer Großanleger besonders eng mit dem Preis zusammenhing. Die vollständigen Testdaten und die Methodik liegen diesem Artikel nicht zur unabhängigen Prüfung vor; die Aussage bleibt als sein Erfahrungsbericht eingeordnet. Eine Korrelation allein belegt weder Prognosekraft noch einen handelbaren Vorteil. Managed MoneySpekulative Großanleger im disaggregated CoT-Report, etwa Hedgefonds. ist eine Gruppe im Disaggregated CoT Report und nicht deckungsgleich mit allen Non-Commercials im älteren Berichtsformat. Auch bei Commercials lässt die Gruppenzuordnung nicht erkennen, welchem Zweck jede einzelne Position dient.

Saisonalität

Für seine saisonale Analyse betrachtet Oliver nach eigener Aussage zehn Jahre und verwendet bei Futures adjustierte Kursreihen, damit Preisunterschiede beim Wechsel des Kontrakts das Muster nicht als scheinbare Marktbewegung verzerren. Diese Back-AdjustierungKurse alter Kontrakte werden um die Rollsprünge bereinigt, damit ein durchgehender Chart entsteht. ersetzt noch keinen realistischen Strategietest mit den tatsächlich gehandelten Kontrakten, Rollvorgängen und Kosten.

Er prüft die Muster am Jahresanfang für die relevanten Märkte. Besonders interessieren ihn Zeitfenster von ungefähr zehn Handelstagen bis zu einem Monat. Sein Auswahlfilter verlangt, dass der Markt in mindestens neun der vergangenen zehn Jahre in die betreffende Richtung gelaufen ist. Das beschreibt die beobachtete Vergangenheit, keine künftige Trefferwahrscheinlichkeit. Zudem bewertet er Muster marktspezifisch, weil sich die Schwankungen der Märkte unterscheiden.

Eine Saisonalität ist ein Fundamentalfaktor unter mehreren und ebenso wenig wie CoT-Daten ein reiner Einstiegsauslöser. Gesucht werden Einstiege, die auf Auktionslogik basieren, mit einem charttechnischen Einstieg. Zum Zeitpunkt des Interviews handelt Oliver auch mal gegen eine Saisonalität, wenn alles andere für ein Traumsetup spricht, was er vor einigen Jahren noch nicht getan hätte. Saisonalitäten spielen für Oliver im Rohstoffbereich eine geringere Rolle als vor einigen Jahren.

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Risiko gehört in den Plan

Oliver beschreibt seine Positionsgrößen als bewusst konservativ und seine Margin-Auslastung als begrenzt. Bei Aktienstrategien hält er auch mehrere Positionen parallel. Für die Risikobetrachtung zählt dabei neben dem einzelnen Trade das Gesamtrisiko: Ähnliche Positionen können gleichzeitig verlieren. Die hinterlegte Margin ist zudem keine Obergrenze des möglichen Verlusts.

„Ich denke, Trading ist ein Handwerk“, sagt Oliver Sparing. Er betont Lernbereitschaft, Erfahrung und die Arbeit am eigenen Vorgehen. Ob jemand später allein vom Trading leben möchte, ist für ihn eine eigene Frage. Er rät davon ab, sich zu früh ausschließlich darauf zu verlassen. Ein zweites Standbein ist völlig legitim; aus der Lernbarkeit des Handwerks folgt keine Zusage profitabler Ergebnisse.

Als Ausbilder macht ihm die Arbeit nach eigener Aussage Freude, weil er anderen weiterhelfen kann. Im Gespräch berichtet er auch, dass seine Coaches selbst seine Ausbildung durchlaufen haben.

Zum Schluss wirbt Oliver für Geduld: Der Lernweg kann lang sein, und Erfahrung braucht Zeit. Er empfiehlt, mit Freude dranzubleiben und zunächst möglichst lange im Demokonto zu üben. Trading hat für ihn viel mit Erfahrung und dem eigenen Charakter zu tun.

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Was Du aus dem Interview mitnehmen kannst

  • Der Ort kommt vor dem Setup. Zuerst legst Du in der Marktanalyse fest, wo institutionelles Interesse liegen dürfte. Ohne diesen Plan hat ein Trade keinen Bezugspunkt.
  • Das Orderbuch muss zum Plan passen. Am Level entscheidet nicht die Marke allein, sondern was im Orderbuch passiert.
  • Statistik hilft, ein Setup zu prüfen. Historische Ergebnisse schaffen eine Prüfgrundlage, nehmen Dir aber die Unsicherheit künftiger Trades nicht ab.
  • Daten wie CoT und Saisonalität sind ein Fundament. Sie geben eine Ausgangslage. Den Einstieg liefert das Setup im Chart.

„Was viele am Anfang ihrer Tradingkarriere nicht wahrhaben wollen, ist, dass wir als Trader in erster Linie Mathematiker und Statistiker sind.“

Oliver Sparing im Interview bei Insider Trading
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Über das Interview

Das Interview erschien am 29. März 2026 auf dem YouTube-Kanal Insider Trading. Dieser Artikel fasst Olivers Erfahrungen und Einschätzungen zusammen und ergänzt fachliche Einordnungen. Die Angaben zu seinem Handelsalltag beziehen sich auf das Gespräch. Seine persönlichen Ergebnisse und internen Auswertungen wurden hier nicht unabhängig verifiziert. Oliver ist auch bei anderen Partnern zu Gast; alle Auftritte findest Du auf unserer Seite Zu Gast bei.

Quellen zur fachlichen Einordnung

Fachlich geprüft am 8. Oktober 2026.

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Häufige Fragen
Wie läuft ein Handelstag im Orderflow-Daytrading ab?

Oliver beginnt mit einer Marktanalyse aus mehreren Datenquellen und legt mögliche Preiszonen fest. Erreicht der Markt eine solche Zone, prüft er im Orderbuch, ob die aktuelle Reaktion zu seinem Setup passt. Die Zone ist eine Arbeitshypothese und noch kein Einstieg.

Reichen CoT-Daten allein für einen Trade?

Für Olivers Vorgehen nicht. Die wöchentlichen Daten liefern Hintergrund zur Positionierung. Für den Einstieg wartet er zusätzlich auf ein passendes Setup im Chart; eine extreme Positionierung sagt nicht, wann ein Markt dreht.

Welche Software und Daten braucht man für Orderflow-Daytrading?

Für Orderbuchdaten braucht man Live-Marktdaten der Börse und eine Software wie Bookmap oder Quantower in Kombination mit einem Datenfeed. Oliver arbeitet in der Praxis mit einer Kombination aus Bookmap und TradingView.

Wird rund um Nachrichtentermine gehandelt?

Oliver vermeidet wichtige US-Nachrichtentermine. Er wartet, bis sich Liquidität und Marktbewegung für seinen Ansatz wieder beruhigt haben. Es gibt dafür keine allgemein verlässliche Wartezeit; auch nach der Veröffentlichung können starke Bewegungen auftreten.

Marnie Aramruck
Marnie Aramruck
Gründerin & Head of Brand & Psychology · TradeNeon
Marnie Aramruck kam über einen ungewöhnlichen Weg zum Trading: zehn Jahre selbstständig in Eventmanagement, Marketing und Design, bevor sie sich der Psychologie hinter Entscheidungen widmete. Als Master-Emotionscoach und Resilienztrainerin arbeitet sie heute an der Frage, was Trader brauchen, um auch unter Druck ruhig und klar zu bleiben. Ihr Thema ist nicht der Chart, sondern der Mensch davor.