
Ob Du nach festen Regeln handelst oder aus Erfahrung entscheidest: Hinter jeder Trading-Entscheidung stehen Wahrscheinlichkeiten. Wer die Zahlen seines eigenen Tradings kennt, zweifelt nach Verlusten seltener und ändert weniger spontan, auch wenn keine Auswertung Gewissheit schafft. Risikoquadrant und Trading-Tagebuch zeigen Dir, wo Deine Stellschrauben liegen.
Viele einzelne Trades ergeben erst zusammen ein Bild.Bild: TradeNeon
Zweifel.
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Statistisches Trading folgt einem festen Regelwerk, diskretionäres Trading beruht darauf, dass Du objektive Informationen vom Markt sammelst und mit Deiner Erfahrung selbst entscheidest. Zweifel am eigenen Vorgehen sind ein häufiger Auslöser psychologischer Probleme im Trading, und ausgewertete Zahlen können diese Zweifel verringern. Auswerten kannst Du mit einem Trading-Tagebuch, dem Risikoquadranten aus Chance-Risiko-Verhältnis, Trefferquote, Trading-Frequenz und Risiko pro Trade sowie der Untersuchung einzelner Marktsituationen.
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Statistik steckt in jedem Trading
„Alles, was wir im Trading tun, basiert in irgendeiner Form auf Statistik.“
Oliver Sparing
Wer nur dem eigenen Bauchgefühl folgt oder einem Tipp über den Gartenzaun, bekommt es früher oder später mit dem Markt zu tun. Weniger bewusst ist vielen, dass Statistik auch im diskretionären Handel eine große Rolle spielt.
Deshalb lohnt es sich, zuerst zu klären, was statistisches TradingHandeln nach einem festen, mathematisch oder algorithmisch abbildbaren Regelwerk. und was diskretionäres TradingHandeln, bei dem Erfahrung und Interpretation des Traders die größte Rolle spielen. Die Entscheidung für Kauf oder Verkauf trifft der Trader selbst. ist, und sich bewusst zu machen, in welcher der beiden Kategorien Du unterwegs bist oder sein möchtest.
Statistisches Trading: früher und heute
Beim statistischen Trading folgst Du einem Regelwerk, das sich mathematisch oder algorithmisch abbilden lässt. Klassische Beispiele sind Einstiegsregeln wie das Kreuzen zweier gleitender Durchschnitte. Ein bekanntes Beispiel für ein festes Regelsystem sind die Turtle Traders: In den 1980er Jahren lernte eine Gruppe von Tradern ohne Vorerfahrung bei zwei erfahrenen Händlern ein festes, regelbasiertes System.
Solche Systeme nutzen sich ab, wenn viele Trader sie handeln: Wer nach denselben bekannten Regeln handelt, löst zur selben Zeit dieselben Orders aus. Die Orders bewegen den Markt, und der Vorteil des Ansatzes schwindet. Aus diesem Grund ist es heute schwer, mit einem klassischen Regelsystem dauerhaft etwas zu finden. Hinzu kommen zwei Gründe. Erstens hatten die meisten Ideen schon Dutzende oder Hunderte vor Dir, und die institutionellen Algorithmen im Markt kennen solche Strategien und wissen, wo sie Liquidität finden. Zweitens wechseln Marktphasen schneller als früher, sodass sich ein Trader häufiger anpassen muss.
Oliver hat selbst ein System aufwendig getestet, und es lief eine Zeit lang gut. Dann wurde die Idee auf viele Märkte und Varianten übertragen und mit einem BacktestDie Prüfung einer Handelsidee anhand historischer Daten. über einen langen Zeitraum geprüft. Dabei zeigte sich, dass genau diese Einstellung in genau diesem Markt Glück gewesen war und das System keinen dauerhaften EdgeEin statistischer Vorteil im Markt, den ein Handelsansatz auf lange Sicht hat. hatte. Rein regelbasiertes Trading per Algorithmus ist die aufwendigste Trading-Disziplin, und Strategien funktionieren oft nur eine begrenzte Zeit, sodass die nächste bereitstehen muss.
Diskretionäres Trading
Beim diskretionären Trading handelst Du nicht wie ein Algorithmus, sondern Erfahrung und Interpretation spielen die größte Rolle. Das ist kein Bauchgefühl im Sinne von Raten. Eine gewisse Intuition entsteht mit der Zeit vor dem Bildschirm, aber sie beruht auf MustererkennungDas Wiedererkennen von Marktsituationen, die Du schon oft gesehen hast, und das Wissen, wie sich der Markt danach meist verhält.: Du hast bestimmte Situationen hunderte Male gesehen und weißt, wie sich der Markt danach am wahrscheinlichsten verhält.
Der Kern ist, objektive Informationen zu sammeln, die der Markt Dir liefert. Der Markt folgt bestimmten Regeln und Mechaniken, die man lernen und verstehen kann. Hast Du genug Informationen zusammen, bildest Du Dir eine eigene Meinung darüber, was der Markt als Nächstes wahrscheinlich tut. Ob Du auf Kaufen oder Verkaufen klickst, entscheidet Dein Kopf. Das ist der diskretionäre Anteil.
Der Ansatz stützt sich darauf, dass Märkte für Menschen gemacht sind und am Ende Angebot und Nachfrage die Preise bewegen. Wenn Du verstanden hast, wie das Auktionsverfahren an der Börse abläuft und wie institutionelle Marktteilnehmer wie große Fonds oder Market Maker handeln, kannst Du Dir diese Konzepte zunutze machen und eigene Handelssysteme entwickeln. Zu lernen sind zum Beispiel, wie ein Orderbuch funktioniert und wie man die Marktstruktur analysiert.
Statistik und Psychologie
Hier liegt der Schwerpunkt für alle, die noch auf dem Weg zu einem stabilen Handel sind. Vergleichbar ist das Lampenfieber: Es entsteht immer dann, wenn man sich der eigenen Sache nicht sicher ist und nicht weiß, ob man gut genug vorbereitet ist. Dann beginnt man zu zweifeln. Im Trading ist es ähnlich: „Du fängst immer dann an, psychologische Probleme zu haben, wenn Du nicht zu 100 Prozent von dem überzeugt bist, was Du gerade tust“, sagt Oliver.
Hast Du Dein System über genügend Trades statistisch ausgewertet und spricht die Auswertung für einen Edge, fällt es leichter, eine Serie von Verlusten einzuordnen. Fehlt diese Grundlage, fängst Du an zu zweifeln und zu verändern: Der Stop ist vielleicht doch zu klein, mit mehr Platz funktioniert der Trade vielleicht besser. Solche spontanen Anpassungen verschlechtern das Ergebnis oft, statt es zu verbessern.
Je mehr sich Wissen und Erkenntnisse in Zahlen fassen und statistisch untermauern lassen, desto weniger Raum haben solche Zweifel. Gewissheit schafft Statistik allerdings nicht, denn Auswertungen beruhen auf vergangenen Daten. Emotionen verschwinden dadurch ebenfalls nicht. Der verbreitete Rat „Trade like a machine“ ist deshalb schwer umzusetzen: „Wir sind Menschen, wir werden immer Menschen sein, und niemand von uns wird am Ende wie eine Maschine vorgehen können. Dazu sind wir nicht gemacht, und das ist auch gut so. Wir haben Emotionen, und jede unserer Emotionen hat einen Sinn. Emotionen sind nicht gut oder schlecht, sie sind vielleicht angenehm oder unangenehm“, sagt Oliver.
Trading als Beruf: die Fleißarbeit
Trading ist ein Beruf, egal ob Du ihn nebenberuflich oder hauptberuflich ausübst, und diesen Beruf muss man lernen. Am Anfang stehen Grundlagen: wie Börsenhandel funktioniert. Am besten lernst Du sie bei jemandem, dem Du fachlich und menschlich vertraust; bei wem, ist Deine freie Entscheidung. Eine Eins-zu-eins-Kopie fremder Trades führt kaum weiter, weil Trading individueller ist, als viele denken. Es geht darum, Konzepte zu verstehen und daraus ein System zu entwickeln, das zu Deinem Charakter passt.
Die Fleißarbeit nimmt Dir niemand ab. „Wir können Dir die Konzepte zeigen und wie wir an die Sache rangehen, damit Du etwas hast, woran Du Dich orientieren kannst. Aber die Fleißarbeit muss jeder selber machen“, sagt Oliver. Wenn Du allein am Markt sitzt und es um Dein eigenes Geld geht, kommen die Zweifel, ob das Gelernte wirklich stimmt. Sie lassen sich verringern, indem Du das Gelernte oder Deine eigenen Erkenntnisse in einer Tabelle statistisch auswertest. Oliver kennt Trader, die ganz unterschiedliche Ansätze handeln, vom Orderbuch bis zu Optionen und CoT-Daten, und bei allen findet sich dieselbe Gemeinsamkeit: Sie haben viel Zeit in statistische Auswertungen investiert.
Der Risikoquadrant
Der RisikoquadrantDie vier Faktoren Chance-Risiko-Verhältnis, Trefferquote, Trading-Frequenz und Risiko pro Trade, die sich je nach Handelsregel gegenseitig beeinflussen. besteht aus vier Teilen: dem Chance-Risiko-Verhältnis (CRVDas Chance-Risiko-Verhältnis: der angepeilte Gewinn im Verhältnis zum Risiko des Stops.), der TrefferquoteDer Anteil der Trades, die im Gewinn enden. (TQ), der Trading-Frequenz (TF) und dem Risiko pro Trade (RPT). Je nach Handelsregel beeinflussen sich diese vier Kennzahlen gegenseitig, im statistischen wie im diskretionären Trading. Das ist nicht schlimm, Du solltest es nur wissen und bei Deinen Überlegungen berücksichtigen.

Ein Beispiel aus dem Orderbuch: Oliver wartet vor allem in der Heatmap auf mehrere Informationen, nämlich wie sich passive und aktive Marktteilnehmer positionieren, wie sich die Geschwindigkeit verhält und ob es ein Orderflow-Ereignis wie Stopruns, Erschöpfung, Absorption oder Iceberg Orders gibt. Erst dann folgt der Einstieg, wenn der Markt aus einer Range ausbricht. Das ist ein möglicher Zugang, keine allumfassende Wahrheit. Ein anderer Trader kann aggressiver einsteigen, schon nach dem ersten Orderflow-Ereignis, und nimmt dafür in Kauf, dass mehr Trades Verlierer werden.
Wie die Faktoren zusammenhängen, zeigt ein Gegenbeispiel: Wer ein CRV von drei zu eins oder mehr erzwingen will, weil es als wichtigste Kennzahl gilt, steigt später ein. Der Stop wird dadurch größer, und der Markt muss weiter in die gewünschte Richtung laufen, damit das CRV stimmt. Gibt der Markt im statistischen Schnitt diese Strecke nicht her, bleibt nur ein früherer Einstieg. Mit weniger Information sinkt aber die Trefferquote, weil der Markt Dich häufiger ausstoppt.
Im diskretionären Handel geht die Optimierung eines Faktors häufig zu Lasten eines anderen. Zwingend im Gegensatz stehen die vier Kennzahlen aber nicht. Ob sich eine Änderung auf die anderen auswirkt, hängt von der Handelsregel ab. Änderst Du nur die Positionsgröße, also das Risiko pro Trade, ändern sich Trefferquote und CRV nicht.
Für jedes Handelssystem gibt es eine ideale Kombination der vier Faktoren, und sie hängt von drei Dingen ab: Deinem Handelssystem, dem Markt und dessen Charakter und, am wichtigsten, Deinem eigenen Charakter. „Lass Dir von niemandem erzählen, die Trefferquote sei das Wichtigste oder das CRV sei das Wichtigste oder Du müsstest möglichst häufig handeln“, sagt Oliver.
Ein Scalper kann mit hoher Frequenz, kleinen Strecken, niedrigerem CRV und hoher Trefferquote ein gut funktionierendes System bauen. Dieselbe Person scheitert eher, wenn sie bei hoher Frequenz zusätzlich ein hohes CRV erzwingen will. Wie Du die richtige Einstellung findest, zeigt der nächste Abschnitt. Eine ausführliche Erklärung des Risikoquadranten findest Du in unserem Artikel Money Management im Trading.
Das Trading-Tagebuch mit drei Zusatzspalten
Die Stellschrauben findest Du, indem Du Dein Trading statistisch festhältst. Dafür eignet sich vor allem in den ersten Jahren ein klassisches Trading-Tagebuch, in das Du Deine Trades sorgfältig einträgst. Es muss praktikabel bleiben: Es bringt nichts, an jedem kleinen Trade zehn Minuten zu sitzen. Ohne Zahlen kommst Du aber nicht zu klaren Erkenntnissen. Mit 200 bis 300 Trades in der Tabelle lohnt sich eine erste Auswertung. Das ist ein Richtwert, kein Beleg für einen dauerhaften Edge.
Drei Spalten haben viele nicht auf dem Schirm, obwohl sie eine gute Grundlage zum Optimieren sind.
- Mögliches Take Profit Notiert wird für Gewinner wie Verlierer, wie weit der Markt auf Deinem Timeframe in Deine Richtung gelaufen wäre, bevor es zum ersten Mal zu einem starken Reversal gegen Dich gekommen wäre. Das liegt zum Teil im Auge des Betrachters, lässt sich aber meist ziemlich klar bestimmen.
- Nötiger Stop bei Gewinnern Bei Gewinntrades fragst Du, wie groß der Stop hätte sein müssen, damit Du denselben Gewinn erreicht hättest.
- Emotionen Du notierst kurz, wie Du Dich beim Einstieg gefühlt hast (mehr dazu weiter unten).
Zur zweiten Spalte ein bewusst plakatives Beispiel: Du arbeitest mit festen 15 Ticks Stop und 30 Ticks Take Profit, also einem CRV von zwei zu eins. Die Auswertung zeigt, dass über 90 Prozent der Gewinner auch mit einem Stop von nur neun Ticks Gewinner geblieben wären. Zu erwarten ist, dass die Trefferquote mit dem engeren Stop etwas sinkt, das CRV aber so viel besser wird, dass netto mehr bleibt. Die Tabelle zeigt nur die Rechnung dahinter, kein Ergebnis.
| Kriterium | Bisherige Regel | Geprüfte Variante |
|---|---|---|
| Stop | 15 Ticks | 9 Ticks |
| Take Profit | 30 Ticks | 30 Ticks |
| Rechnerisches CRV | 2 : 1 | rund 3,3 : 1 |
| Nötige Trefferquote für Break-even, ohne Kosten | rund 33 Prozent | rund 23 Prozent |
| Datengrundlage | Die tatsächlich gehandelten Trades | Eine Rückrechnung auf Basis der Gewinner; Verlierer, Kosten und Ausführung sind noch nicht geprüft |
Ob die engere Regel wirklich mehr bringt, zeigt erst eine vollständige Prüfung. Dafür rechnest Du alle bisherigen Trades mit der neuen Regel neu durch, auch die Verlierer und die Gewinner, die der engere Stop ausgestoppt hätte, und beziehst Kosten sowie Ausführung (Slippage) ein. Danach prüfst Du die Regel an einem späteren, getrennten Datenzeitraum, den Du für die Anpassung nicht verwendet hast; so erkennst Du, ob sie nur zu den alten Daten passt (Overfitting, siehe Bailey u. a., Notices of the AMS, 2014).
Auch Oliver managt Trades sehr diskretionär und wertet sie trotzdem aus. Nach 500 bis 1000 Trades in der Statistik lässt sich prüfen, ob das Vorgehen noch passt oder ob sich der Markt verändert hat und die Herangehensweise angepasst werden muss.
Situationen auswerten: das Beispiel VWAP
Neben den eigenen Trades lassen sich auch bestimmte Situationen im Markt statistisch auswerten. Ein bewusst plakatives Beispiel ist der Tages-VWAPDer volumengewichtete Durchschnittspreis, hier der Tages-VWAP, der im Chart als Linie erscheint.. Du schaust, was passiert, wenn der Markt sich unterhalb des VWAP stabilisiert und ihn zum ersten Mal wieder anläuft. In einer Excel-Tabelle trägst Du ein, wie viele Ticks der Kurs den VWAP nach oben durchstoßen hat und wie viele Ticks der Kurs davon abgeprallt ist. Das ist kein fertiges Handelssystem, sondern eine Anregung.
Der Unterschied: Wer den VWAP nur als roten Strich im Chart hat, bekommt mit der Zeit ein Gefühl, aber das bleibt vage. Wer tausend Berührungen ausgewertet hat, kennt das Werkzeug wirklich und kann es klarer in das eigene System einbeziehen, zum Beispiel je nach Marktphase.

Ein weiteres Beispiel: Nimm den Schlusskurs des Ganztags-VWAP vom Vortag und werte aus, wie der Markt am nächsten Tag darauf reagiert.
Die dritte Spalte im Tagebuch, die Emotionen, wertest Du genauso aus. Notiere zu jedem Trade kurz, wie Du Dich beim Einstieg gefühlt hast, etwa unsicher nach mehreren Wiedereinstiegen nach einem ausgestoppten Trade, oder selbstbewusst, weil alles zusammenpasste. Mit genug Daten filterst Du nach dieser Emotion und vergleichst die Ergebnisse mit Deiner Gesamtstatistik. Auch das ist Statistik, und sie kann Dir zeigen, mit welcher Grundstimmung Du besser handelst.
Was Du aus dem Webinar mitnehmen kannst
- Auch diskretionäres Trading braucht Zahlen. Du sammelst objektive Informationen vom Markt, bildest Dir eine Meinung und entscheidest selbst. Wie sich Märkte typischerweise verhalten, kannst Du auswerten, statt es zu schätzen.
- Zahlen verringern Zweifel. Wer das eigene Vorgehen statistisch kennt, muss bei einem Verlust seltener neu entscheiden, ob etwas geändert wird, und spontane Anpassungen sind ein häufiger Fehler. Gewissheit schaffen Zahlen nicht, wohl aber eine Grundlage.
- CRV, Trefferquote, Frequenz und Risiko pro Trade hängen je nach Regel zusammen. Was zu Dir passt, hängt von Deinem System, dem Markt und Deinem Charakter ab. Ein Richtig oder Falsch gibt es nicht.
- Dein Tagebuch zeigt die Stellschrauben. Mit drei Zusatzspalten (mögliches Take Profit, nötiger Stop bei Gewinnern, Emotionen) und der Auswertung einzelner Marktsituationen wird aus Gefühl nachprüfbares Wissen.
„Solange Du nicht mit absoluter Überzeugung sagen kannst, der Stop ist genau da, wo er gerade ist, richtig so, wie er ist, wirst Du immer wieder in Versuchung kommen, irgendetwas anzupassen, irgendetwas zu verbessern, in der Regel zu verschlimmbessern.“
Oliver Sparing im ATAS-Webinar
Über das Webinar
Das Webinar lief am 30. Mai 2024 in der Webinar-Reihe von ATAS Deutschland auf deren YouTube-Kanal, mit dem ATAS-Team im Chat. ATAS ist eine Handelsplattform für Order-Flow-Analyse. Oliver ist dort regelmäßig zu Gast; alle Auftritte findest Du auf unserer Seite Zu Gast bei.
Hinweis: Das Video ist eine Aufzeichnung aus dem Jahr 2024. Marken- und Firmennamen im Video sowie im Vorschaubild entsprechen dem damaligen Stand. Angebote und Hinweise im Video sind nicht mehr aktuell.
Was ist der Unterschied zwischen statistischem und diskretionärem Trading?
Beim statistischen Trading folgst Du einem festen Regelwerk, das sich mathematisch oder algorithmisch abbilden lässt. Beim diskretionären Trading sammelst Du objektive Informationen vom Markt, bildest Dir mit Deiner Erfahrung eine Meinung und entscheidest selbst über Kauf oder Verkauf.
Warum ist Statistik auch im diskretionären Trading wichtig?
Zahlen aus dem eigenen Trading können helfen, Zweifel zu verringern. Wer das eigene Vorgehen statistisch kennt, zweifelt bei einem Verlust weniger und ist weniger in Versuchung, Stops oder Regeln spontan zu ändern. Gewissheit schafft Statistik nicht, und Emotionen bleiben, aber sie bekommen weniger Raum.
Was ist der Risikoquadrant?
Der Risikoquadrant besteht aus Chance-Risiko-Verhältnis, Trefferquote, Trading-Frequenz und Risiko pro Trade. Je nach Handelsregel beeinflussen sich die vier Kennzahlen gegenseitig, stehen aber nicht zwingend im Gegensatz. Im diskretionären Handel geht die Optimierung eines Faktors häufig zu Lasten eines anderen. Änderst Du nur die Positionsgröße, ändern sich Trefferquote und CRV nicht. Die ideale Kombination hängt von Deinem System, dem Markt und Deinem Charakter ab.
Welche Spalten lohnen sich im Trading-Tagebuch?
Neben den üblichen Angaben drei Spalten: wie weit der Markt in Deine Richtung hätte laufen können, bis er zum ersten Mal stark dagegen gelaufen wäre, bei Gewinntrades die Größe des Stops, die für denselben Gewinn nötig gewesen wäre, und eine kurze Notiz zu Deiner Emotion beim Einstieg.
Woran erkenne ich, ob eine neue Stop-Regel wirklich besser ist?
Das zeigt erst eine vollständige Prüfung. Rechne alle bisherigen Trades mit der neuen Regel neu durch, auch die Verlierer und die Gewinner, die ein engerer Stop ausgestoppt hätte, und beziehe Kosten sowie Ausführung (Slippage) ein. Prüfe die Regel danach an einem späteren, getrennten Datenzeitraum, den Du für die Anpassung nicht verwendet hast, damit Du siehst, ob sie nur zu den alten Daten passt.
