
Mit wachsender Erfahrung wird die Frage, wo Du einen Trade schließt, wichtiger als die, wo Du ihn eröffnest. Es gibt zwei Wege zum Stop: abgeleitet aus Deinen eigenen Daten oder dort, wo der Markt Deine Idee widerlegt. Im Daytrading sind das vor allem Extreme, Levels und Liquidität im Orderbuch.
Der Haken sitzt dort, wo der Halt aufhört. Genau so findet der Stop seinen Platz.Bild: TradeNeon
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Statistische Stops sind feste Werte in Ticks, die für ein System aus vielen Trades abgeleitet werden; weil Märkte ihren Charakter ändern, müssen sie nachgeführt werden. Diskretionäre Stops liegen im Daytrading hinter Extremen, hinter Levels oder hinter Liquidität im Orderbuch, bei Extremen und Liquidität mit einigen Ticks Abstand, weil der Markt solche Bereiche oft noch einmal abholt. Die genannten Tick-Abstände und Faustwerte sind Erfahrungswerte aus dem Webinar, keine feste Regel.
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Zwei Arten von Stops
Gerade Anfänger beschäftigen sich vor allem damit, wo sie einen Trade eröffnen. Im Laufe der Trading-Karriere wird die Frage wichtiger, wo sie ihn wieder schließen. Viele Wege führen zu einem Einstieg, sei es über technische Analyse, über OrderflowDie Analyse der tatsächlich ausgeführten und im Orderbuch wartenden Orders, um das Verhalten der Marktteilnehmer zu lesen. oder über das Orderbuch. Alle stehen danach vor derselben Entscheidung: Wo nehme ich Gewinne mit, und wo liegt mein Stop?
Es gibt zwei Kategorien: statistische Stops und diskretionäre Stops. Ein statistischer StopEin Stop mit einem festen Wert in Ticks, der aus den Daten eines bestimmten Handelssystems abgeleitet wurde. ist auf ein einzelnes Trading-System zugeschnitten und bildet einen Wert ab, der für dieses System Sinn ergibt. Ein diskretionärer StopEin Stop ohne vorab festgelegten Wert, den Du dort setzt, wo der Markt Deine Trade-Idee widerlegt. hat keinen vorab ermittelten Wert in Ticks. Er liegt dort, wo es aus Sicht des Marktes logisch ist.
| Kriterium | Statistischer Stop | Diskretionärer Stop |
|---|---|---|
| Grundlage | Die Auswertung vieler Trades eines Systems im Trading-Tagebuch. | Die Frage, wo der Markt die Trade-Idee widerlegt. |
| Platzierung | Ein fester Wert in Ticks. | Hinter einem Extrem, einem Level oder Liquidität im Orderbuch. |
| Grenze des Ansatzes | Märkte ändern ihren Charakter, der Wert muss nachgeführt werden. Das zeigt sich oft erst im Nachhinein. | Verlangt Erfahrung und Objektivität, und der Stop kann groß werden, im Beispiel des Webinars rund 30 Ticks. |
Statistische Stops und das Trading-Tagebuch
Wer mit statistischen Stops arbeiten möchte, geht so vor: Nach jedem Trade öffnest Du Dein Trading-Tagebuch. Bei jedem Gewinner notierst Du, wie groß der Stop hätte sein müssen, um nicht ausgestoppt zu werden. Bei Verlierern, die danach doch in Deine Richtung gelaufen sind, notierst Du, wie groß der Stop hätte sein müssen, um im Trade zu bleiben und das Ziel zu erreichen. Als dritten Wert kannst Du festhalten, wie weit der Trade im Schnitt in Deine Richtung gelaufen ist, bevor es zum ersten größeren Umkehrpunkt kam.
Aus diesen Werten lässt sich über viele Trades ein Mittelwert ableiten. Zeigt die Auswertung, dass bei fast allen Gewinnern ein deutlich kleinerer Stop gereicht hätte, ist der bisherige Stop zu groß: Jedes Mal, wenn Du ausgestoppt wirst, gibst Du einige Ticks her, und über ein Jahr kommt dabei eine spürbare Summe zusammen. Wer so prüft, ob ein kleinerer Stop gereicht hätte, muss auch die Trades mitzählen, die mit dem kleineren Stop zu Verlierern geworden wären. Außerdem gehören Kosten und Ausführung (Slippage) in die Rechnung. Hättest Du den Stop beliebig verschieben können und wärst trotzdem im Minus geblieben, liegt es wahrscheinlich am Einstiegssystem selbst.
Warum sich feste Werte ändern müssten
Das Problem eines einmal ermittelten Stops: Märkte verändern ständig ihren Charakter. Das wichtigste Merkmal dafür ist die VolatilitätDie durchschnittliche Schwankungsbreite eines Marktes, etwa pro Tag.. Mit der zunehmenden Digitalisierung und dem wachsenden Anteil von Algorithmen wechseln Marktphasen oft schneller als früher. Ein Wahltermin oder eine geopolitische Lage kann genügen, damit ein Markt plötzlich ein Mehrfaches seiner bisherigen Tagesspanne läuft.
Der ermittelte Stop müsste dann an die neuen Bedingungen angepasst werden, und die Auswertung beginnt von vorn. Wann sich der Charakter ändert, erkennst Du aber meist erst im Nachhinein, wenn das System schon einige Wochen schlechtere Ergebnisse geliefert hat. Indikatoren wie die Average True Range können früher darauf hinweisen. Trotzdem ist es in der Praxis schwieriger, als es klingt, einen festen Stop dauerhaft nachzuführen.
Im diskretionären Daytrading, wo es darum geht, den Markt zu lesen und objektive Informationen auszuwerten, passen statistische Stops deshalb häufig schlecht zum Ansatz. Den beschriebenen Prozess solltest Du trotzdem einmal durchlaufen: Tagebuch führen und Trades sammeln, um abzuleiten, in welcher Größenordnung Dein System arbeitet, ob bei sechs Ticks oder eher bei 30. Als Erfahrungswert gelten dafür 300 bis 500 Trades, keine allgemeingültige Vorgabe.
Trailing Stops
Ein Trailing StopEine Stop-Order, die mit dem Trade im festen Abstand mitläuft, sobald der Markt in Deine Richtung geht. läuft in einem festen Abstand mit dem Trade mit. Beispiel: ein Long-Trade mit 15 Ticks Abstand. Solange der Trade gegen Dich läuft, bleibt der Stop liegen. Macht der Markt ein neues Hoch, rückt der Stop um dieselbe Strecke nach, immer im gleichen Abstand zum letzten Hoch.
Das klingt zunächst attraktiv, weil es Gewinne absichert. Oliver Sparing hat viele Jahre lang mit Programmierteams statistische Handelssysteme entwickelt, und dabei hat ein Trailing Stop das Ergebnis in aller Regel verschlechtert. Ist er zu eng, wirst Du ungünstig ausgestoppt, während der Trade in Deine Richtung läuft. Ist er zu weit, gibst Du viel von dem Gewinn wieder her, wenn der Trade später gegen Dich dreht. Manchmal läuft der Markt außerdem sofort stark in Deine Richtung, der Stop ist aber zu wenig mitgelaufen, und der Trade endet als Verlierer, obwohl er mit etwas Aufmerksamkeit im Gewinn hätte geschlossen werden können.
Trailing Stops sind nicht grundsätzlich schlecht, und es gibt Systeme, die mit ihnen arbeiten. Wer aber noch auf der Suche nach dem passenden Ansatz ist und alles ausprobiert, was die Chart-Software hergibt: „Ein Trailing Stop ist in der Regel nicht die Lösung Deiner Probleme“, sagt Oliver aus langjähriger Erfahrung.
Diskretionäre Stops: die Leitfrage
Bei diskretionären Stops steht eine Frage am Anfang: Wann hat meine ursprüngliche Trade-Idee keinen Sinn mehr? Sie stellst Du Dir nicht nur vor dem Einstieg, sondern während des gesamten Trades. Das macht Daytrading anspruchsvoll, denn die Objektivität zu behalten, während der Kontostand schwankt, ist psychologisch nicht leicht. „Diese Frage sollte Dein Trading wie keine andere Frage dominieren“, sagt Oliver.
Das Webinar arbeitet mit einer Trading-Gelegenheit vom Vormittag. Der Markt lief auf eines der Levels, die morgens in der Marktanalyse eingezeichnet worden waren. Das Level legt fest, wo nach einem Einstieg gesucht wird. Was dort passieren muss, zeigen das Orderbuch und die HeatmapDie Heatmap zeigt das Orderbuch über die Zeit: wo Limit-Orders lagen und wie groß sie waren.: Wie verhalten sich Käufer und Verkäufer, aktive und passive Marktteilnehmer, wie verändert sich die Auktionsgeschwindigkeit? Erst danach stellt sich die Frage, bis wohin der Trade gegen Dich laufen darf, bevor Du Dich geirrt hast. Dafür gibt es verschiedene Herangehensweisen, drei davon stehen im Mittelpunkt: Extreme, Levels und Liquidität.
Der Stop hinter Extremen
Mit Extremen sind zwei Dinge gemeint: Extreme aus der Mikrostruktur, die Du live im Orderbuch siehst, und Extreme aus dem historischen Chart, etwa das Tief des Vortages. Für die Mikrostruktur eignet sich gut ein 5-Sekunden-Chart. Welcher Charttyp es ist, ist weniger wichtig, als oft diskutiert wird: Ein 5-Minuten-Chart geht immer, ein Range Chart ebenso.
Ein Stop unter dem letzten Tief ist in Ordnung, wird aber oft recht groß. Im gezeigten Beispiel wären es rund 30 Ticks. Ist das für Dein System zu viel, weil Du Gewinne schon deutlich früher mitnimmst, kannst Du ein frisch gebildetes lokales Extrem in der Mikrostruktur nehmen. Der Stop wird dann kleiner, und wartest Du noch auf einen kleinen Rücksetzer, kann er noch kleiner werden.
Dabei spielen StoprunsDer Kurs läuft durch eine Zone, in der viele Stop-Orders liegen, und löst sie aus. eine Rolle. Viele Marktteilnehmer, auch spekulativ handelnde Institutionelle, legen ihre Stops an dieselben Stellen, und andere können diese Liquidität nutzen, um eigene Positionen aufzubauen. Deshalb holt sich der Markt solche Stops oft noch einmal ab, bevor er in die erwartete Richtung läuft. Es lohnt sich daher, nicht die erste Gelegenheit zu nehmen. Meist hält sich der Markt an einer solchen Stelle mindestens einige Minuten auf. Warte besser, bis der Markt noch einmal verkauft, eine deutlich größere Volumenkerze bildet und in der Mikrostruktur ein höheres Hoch macht. Dann kannst Du über den Stop nachdenken.
Bewegt sich der Trade in Deine Richtung, kannst Du den Stop über die klassische Price Action nachführen: Der Markt bewegt sich in Wellen aus Hochs und Tiefs. Macht er ein neues Hoch, ziehst Du den Stop unter das letzte Tief nach. Das läuft nicht immer so sauber wie im Paradebeispiel. Gerade zu Beginn eines Trends holt der Markt oft noch einmal das letzte Tief ab. Deshalb legst Du den Stop nicht punktgenau darunter, sondern gibst einige Ticks Luft. Als Faustregel dient die „Regel der Dreier“: drei bis fünf Ticks, je nach Markt und Volatilität. Das ist ein Erfahrungswert, keine allgemeingültige Regel.
Der Stop hinter Levels
Der zweite Ansatz ist der Stop hinter einem Level. Im Beispiel des Webinars steht ein Long-Einstieg an einem Level aus der Morgenanalyse an. Knapp darunter liegt das Tief des Vortages. Bricht der Markt dieses Tief und stabilisiert sich sogar darunter, ist die Long-Idee höchstwahrscheinlich falsch. Der Stop liegt also hinter dem Vortagestief, und die Frage „Wann habe ich mich geirrt?“ ist beantwortet.

Solche Stops fallen oft größer aus. Im Beispiel waren es etwa 30 Ticks. „Scheu Dich nicht zu sehr vor größeren Stops: Viele haben pauschal viel zu viel Angst vor Stops jenseits von zehn Ticks. Wenn der Markt Dir zeigt, dass 30 Ticks ein guter Wert sind, dann nimm 30 Ticks“, sagt Oliver. Voraussetzung ist, dass Dein Handelsansatz diese Strecke auch als möglichen Gewinn hergibt. Wer 30 Ticks riskiert und nur wenige Ticks mitnehmen will, hat es mit diesem Ansatz schwer.
Deshalb gilt als Kriterium: Vor dem Einstieg prüfst Du, ob der Trade pauschal mindestens das Doppelte der Stop-Strecke als Potenzial bis zum nächsten Widerstand hat. Das ist ein Erfahrungswert, keine allgemeingültige Regel. Wenn nicht, lass den Trade weg und warte auf die nächste Gelegenheit. Welches Level es ist, spielt keine Rolle, ob Vortagestief, Gamma Level, Dark Pool Level oder Fibonacci Level: Ein Stop hinter einem Level beruht auf einer Logik des Marktes, und ist deshalb eine nachvollziehbare Grundlage.
Risikoquadrant: CRV und Trefferquote
Aus dem Chat kam die Frage nach einem kleineren Verhältnis von Chance zu Risiko bei hoher Trefferquote. Die Antwort verweist auf den Risikoquadranten, den wir im Artikel Money Management im Trading erklären. Vier Faktoren beeinflussen den Erfolg eines Handelssystems gegenseitig: das CRVDas Chance-Risiko-Verhältnis: der angepeilte Gewinn im Verhältnis zum Risiko des Stops., die Trefferquote, das Risiko pro Trade und die Handelsfrequenz. Im Mittelpunkt stehen CRV und Trefferquote.
In der Regel gilt: Je höher das angepeilte CRV, desto niedriger tendiert die Trefferquote zu sein, und umgekehrt. Das ist eine Tendenz, keine feste Gesetzmäßigkeit. Ein richtig oder falsch gibt es dabei nicht. Ein CRV von eins zu eins muss nichts Schlechtes sein, auch wenn es in manchen Lehrbüchern anders steht. Es kommt auf den Handelsansatz an und darauf, womit Du gut zurechtkommst.
Für die wenigsten privaten Trader dürften sehr niedrige Trefferquoten mit sehr hohen CRVs im Alltag passen. Statt ein fremdes System zu übernehmen, hilft es, das Trading zu verstehen, also was im Hintergrund passiert und warum Du tust, was Du tust. Darauf aufbauend entwickelst Du Deinen eigenen Handelsstil.
Der Stop hinter Liquidität
Der dritte Ansatz arbeitet mit Liquidität, also mit dem, was im Orderbuch passiert. Dafür eignet sich die Heatmap am besten. Im Beispiel steht eine Short-Position an einem Level, an dem mehrere Levels zusammenfallen. Läuft der Markt in Deine Richtung, achtest Du darauf, ob neue große Limit-Orders im Buch entstehen oder große Limit-Orders gefillt werden. Beides sind Gelegenheiten, den Stop nachzuziehen und hinter dieser Liquidität zu verstecken. Die Limit-Order schützt den Stop dabei gewissermaßen. Sichtbare Limit-Orders können aber jederzeit gelöscht oder verschoben werden und schützen den Stop deshalb nicht verlässlich.

Dabei legst Du den Stop nicht direkt auf die Limit-Order und auch nicht nur ein oder zwei Ticks dahinter. Der Erfahrungswert: mindestens drei Ticks, drei bis fünf haben sich bewährt. Der Markt holt sich diese Liquidität oft noch einmal, läuft ein oder zwei Ticks durch und dreht dann in Deine Richtung. Mit jeder neuen Limit-Order ziehst Du den Stop entsprechend nach. „Liquidität ist auch aus meiner Sicht die effizienteste Variante und Alternative, um Deinen Stop abzusichern“, sagt Oliver. Zur Einordnung: Ein ausgelöster Stop wird zur Market Order. Der Ausführungspreis kann vom Stop-Niveau abweichen, gerade bei schnellen Bewegungen oder Kurslücken.
Aus dem Chat kam der Hinweis, dass zwischen dem aktuellen Kurs und dem Stop keine Limit-Order liegen soll. Die Antwort differenziert: Eine einzelne Limit-Order unterhalb des Einstiegs ist ein guter Punkt für den Stop. Liegen darunter aber noch viele weitere große Limit-Orders, die schon länger im Buch stehen, lässt sich das als institutionelles Handelsinteresse weiter unten lesen. Dann kann der Markt in diese Richtung laufen wollen, und es ist besser, den Long-Trade gar nicht erst zu eröffnen. Das ist eine Lesart: Sichtbare Orders belegen für sich genommen kein institutionelles Interesse, denn aus dem anonymen Orderbuch ist nicht erkennbar, wer sie gestellt hat.
Was Du aus dem Webinar mitnehmen kannst
- Der Stop beantwortet eine Frage. Bis wohin ist Deine Trade-Idee gültig, bevor Du Dich geirrt hast? Diese Frage stellst Du Dir nicht nur vor dem Einstieg, sondern während des gesamten Trades.
- Dein Trading-Tagebuch liefert die Größenordnung. Als Erfahrungswert gelten 300 bis 500 dokumentierte Trades. Damit erkennst Du, ob Dein System eher mit kleinen oder mit größeren Stops arbeitet, auch wenn Du später diskretionär handelst.
- Ein Stop gehört hinter einen Ort mit Marktlogik. Das kann ein Extrem, ein Level oder Liquidität im Orderbuch sein; hinter Extremen und hinter Liquidität jeweils mit einigen Ticks Abstand (drei bis fünf sind ein Erfahrungswert aus dem Webinar, keine feste Regel), weil der Markt solche Bereiche oft noch einmal abholt.
- Größere Stops sind nicht falsch. Entscheidend ist, dass Dein Handelsansatz die nötige Strecke als Gewinnpotenzial hergibt. Als Faustregel gilt mindestens das Doppelte der Stop-Strecke, ein Erfahrungswert und keine allgemeingültige Regel. Sonst lass den Trade weg und warte auf die nächste Gelegenheit.
„Bis wo ist meine Trading-Idee aktiv, bevor ich mich mit meiner Spekulation geirrt habe?“
Oliver Sparing im ATAS-Webinar
Über das Webinar
Das Webinar lief am 3. Oktober 2024 in der Webinar-Reihe auf dem YouTube-Kanal von ATAS Deutschland, moderiert von Pavel von ATAS. ATAS ist eine Handelsplattform für Order-Flow-Analyse. Oliver ist dort regelmäßig zu Gast; alle Auftritte findest Du auf unserer Seite Zu Gast bei.
Hinweis: Das Video ist eine Aufzeichnung aus dem Jahr 2024. Marken- und Firmennamen im Video entsprechen dem damaligen Stand.
Was ist der Unterschied zwischen statistischen und diskretionären Stops?
Ein statistischer Stop ist ein fester Wert in Ticks, der aus den Daten eines bestimmten Systems abgeleitet wird. Ein diskretionärer Stop hat keinen festen Wert. Du setzt ihn dorthin, wo der Markt Deine Trade-Idee widerlegt, zum Beispiel hinter ein Extrem, ein Level oder Liquidität im Orderbuch.
Warum sind Trailing Stops mit Vorsicht zu behandeln?
Erfahrungsgemäß verschlechtert ein Trailing Stop das Ergebnis eines Handelssystems in aller Regel. Ist er zu eng, wirst Du ungünstig ausgestoppt, ist er zu weit, gibst Du viel vom Gewinn wieder her. Grundsätzlich schlecht ist er nicht, es gibt Systeme, die mit ihm arbeiten.
Wie groß darf ein Stop im Daytrading sein?
Das hängt vom Markt und von Deinem Handelsansatz ab. Vor Stops jenseits von zehn Ticks musst Du im Daytrading nicht pauschal zurückschrecken, wenn der Markt zeigt, dass der Wert sinnvoll ist. Dein Ansatz muss diese Strecke dann auch als möglichen Gewinn hergeben. Als Kriterium gilt: pauschal mindestens das Doppelte der Stop-Strecke als Potenzial. Das ist ein Erfahrungswert, keine allgemeingültige Regel.
Wie weit hinter eine Limit-Order gehört der Stop?
Nicht direkt auf die Order und auch nicht nur ein oder zwei Ticks dahinter, sondern mindestens drei Ticks. Der Erfahrungswert: Drei bis fünf Ticks haben sich bewährt, weil der Markt sich solche Liquidität oft noch einmal holt, bevor er in die erwartete Richtung läuft. Eine sichtbare Limit-Order schützt den Stop dabei nicht verlässlich, denn sie kann jederzeit gelöscht oder verschoben werden.
Wird ein Stop immer genau zum Stop-Kurs ausgeführt?
Nein. Ein ausgelöster Stop wird zur Market Order. Der Ausführungspreis kann deshalb vom Stop-Niveau abweichen, gerade bei schnellen Bewegungen oder Kurslücken.
