Das Wichtigste vorweg

Optionen funktionieren ähnlich wie Versicherungen: Der Käufer zahlt eine Prämie für ein Recht, der Verkäufer, der Stillhalter, übernimmt dafür eine Pflicht, und die Prämie vergütet diese Pflicht und das Verlustrisiko, das er eingeht. Daraus ergibt sich über viele Trades ein statistischer Vorteil des Verkäufers, aber kein zugesicherter Gewinn: Das Ergebnis hängt von Strike, Laufzeit, Positionsgröße und Risikomanagement ab, der Gewinn ist auf die Prämie begrenzt, und der Verlust kann sie deutlich übersteigen, bei einem ungedeckten Call theoretisch unbegrenzt. Seit 2022 verfallen Optionen an jedem Wochentag, deshalb ist der Optionsverkauf auch im Daytrading ein Thema: Ein abgesicherter Verkauf kann Fehler im Einstieg eher verzeihen als ein Future-Trade, begrenzt das Risiko aber nur bei passendem Aufbau, etwa als Spread, und verlangt Verständnis für das Instrument.

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Das Video

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Kapitel im Video 18

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Warum Optionen im Daytrading ein Thema sind

Daytrading ist eine sehr individuelle Sache. Zeigst Du ein und dasselbe System zehn Leuten, entstehen unterschiedliche Ergebnisse, weil jeder den Markt anders sieht, ein anderes Risikoprofil mitbringt und über unterschiedlich viel Kapital verfügt. Es kommt deshalb darauf an, den eigenen Handelsstil zu finden.

Die Option ist einer dieser Wege. Sie ist ein komplexes Instrument: Es dauert eine Weile, bis man versteht, wie sie funktioniert, was ihren Preis beeinflusst und wie sie sich vom direktionalen Futures-Handel unterscheidet. Oliver Sparing kommt selbst aus dem Optionshandel. „Ich glaube, dass Optionen für die meisten privaten Trader die deutlich angenehmere Herangehensweise an das Trading sind, wenn man einmal dahintergestiegen ist, was eine Option macht und kann“, sagt er. Seit 2022 gibt es Zero DTEOptionen mit null Tagen bis zum Verfall: Sie verfallen noch am Tag des Handels. Optionen an jedem Wochentag, damit lässt sich der Ansatz auch im Daytrading umsetzen.

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Call, Put und das Prinzip der Versicherung

Für die Grundlagen reicht eine Kurzfassung: Eine Option lässt sich als Versicherungsgeschäft verstehen. Es gibt wie beim Future einen Käufer und einen Verkäufer. Der Käufer erwirbt das Recht, den zugrunde liegenden Future oder die Aktie zu einem bestimmten Preis und innerhalb einer bestimmten Laufzeit zu kaufen, das ist eine Call-OptionDas Recht, einen Future oder eine Aktie zu einem festen Preis innerhalb einer bestimmten Laufzeit zu kaufen.. Oder er erwirbt das Recht, sie zu verkaufen, das ist eine Put-OptionDas Recht, einen Future oder eine Aktie zu einem festen Preis innerhalb einer bestimmten Laufzeit zu verkaufen..

Dafür zahlt der Käufer eine PrämieDer Preis der Option: Der Käufer zahlt sie, der Stillhalter nimmt sie ein. an den StillhalterDer Verkäufer einer Option. Er übernimmt die Pflicht, falls der Käufer sein Recht in Anspruch nimmt., den Verkäufer der Option. Die Prämie behält der Stillhalter in jedem Fall. Der Käufer hat ein Recht, aber keine Pflicht. Er nimmt es nur in Anspruch, wenn es sich für ihn lohnt, und kann höchstens die gezahlte Prämie verlieren. Auf der anderen Seite steht der Stillhalter in der Pflicht. Steigt eine Aktie ins Unermessliche, und der Stillhalter muss sie dem Käufer zu 100 Dollar verkaufen, obwohl sie bei 130 Dollar steht, macht er ein absolutes Verlustgeschäft. Sein Gewinn dagegen ist auf die Prämie begrenzt.

Käuferhat ein Rechtzu kaufen (Call) oder zu verkaufen (Put), zum Strike und bis zum VerfallVerlust höchstens die Prämie
Verkäufer · Stillhalterhat eine Pflichtzu liefern oder abzunehmen, wenn der Käufer sein Recht nutztGewinn höchstens die Prämie
Die Prämie fließt vom Käufer zum Stillhalter und bleibt dort, egal wie der Trade ausgeht. Ohne Absicherung ist der Verlust des Stillhalters nicht begrenzt.
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Warum der Verkäufer einen statistischen Vorteil hat

Den Vorteil des Verkäufers erklärt der Vergleich mit einer Krankenversicherung: Du zahlst jeden Monat eine feste Prämie, die für Dich verloren ist, und erwirbst dafür das Recht, im Ernstfall behandelt zu werden. Die Gesellschaft muss die Prämie so bemessen, dass sie auf lange Sicht mit Gewinn arbeitet. Wären die Prämien zu niedrig, würde niemand Versicherungen verkaufen.

Bei Optionen gilt dasselbe Prinzip. Wären die Optionspreise zu niedrig, würde niemand Optionen verkaufen. Optionen müssen deshalb so bepreist sein, dass der Verkäufer einen statistischen VorteilOlivers Begriff für die Annahme, dass Optionsprämien den Verkäufer über viele Trades für seine Pflicht und sein Risiko entschädigen. Kein zugesicherter Gewinn: Das Ergebnis hängt von Strike, Laufzeit und Risikomanagement ab. hat. Gemeint ist ein Vorteil über viele Trades, kein Vorteil in jedem einzelnen, und auch kein zugesicherter Gewinn: Die Prämie vergütet die Pflicht und das Verlustrisiko des Verkäufers, und was am Ende bleibt, hängt von Strike, Laufzeit, Positionsgröße und Risikomanagement ab. Diesen Vorteil nutzt, wer Optionen verkauft. Damit ist der mögliche Gewinn von vornherein auf die Prämie begrenzt. Statt darauf zu spekulieren, dass Du zum aktuellen Preis kaufst und später teurer verkaufst, spekulierst Du eher darauf, dass der Kurs einen bestimmten Preis nicht mehr erreicht.

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Beispiel am Chart: Stop oder verkaufte Put-Option

Das Drama kennt jeder Trader: Du bist long, setzt den Stop unter das letzte Tief, der Markt holt Dich dort aus dem Trade und läuft anschließend in die Richtung, die Du erwartet hattest. Die Trade-Idee ging auf, Du warst aber nicht mehr dabei.

Mit Optionen gibt es eine andere Herangehensweise. Als rein theoretisches Beispiel, nur um die Mechanik zu erklären: Du verkaufst weiter unten eine Put-Option. Damit gibst Du dem Käufer das Recht, Dir den Markt zu diesem Preis, dem StrikeDer Preis, auf den sich das Recht der Option bezieht., innerhalb der Laufzeit zu verkaufen. Solange der Kurs über dem Strike liegt, wird der Käufer sein Recht nicht in Anspruch nehmen, weil er am Markt teurer verkaufen kann. Auch wenn Du Dich mit Deiner Einschätzung geirrt hast und der Markt gefallen statt gestiegen ist, kannst Du den Trade als Gewinner beenden, solange der Markt über dem Strike geblieben ist.

Der Haken: Je weiter unten Du den Put verkaufst, desto weniger Prämie bekommst Du. Irgendwann ist das Geschäft nicht mehr sinnvoll, und die Option ist so illiquide, dass sie kaum jemand handelt. Du musst den passenden Punkt finden, an dem Du eine sinnvolle Prämie im Verhältnis zum Risiko einnimmst. Das ist ein eigenes Thema, die konkreten Optionsstrategien, das im Webinar nur angerissen und für ein eigenes Webinar vorgemerkt wird.

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Zwei Wege im Optionshandel

Im Optionshandel gibt es zwei Möglichkeiten. Der erste Weg ist der klassische, statistische Optionshandel, wie er bei Einkommens-Strategien verbreitet ist. Du handelst dabei marktneutral: Es ist Dir egal, ob der Markt steigt oder fällt. Du verkaufst zu einem festen Zeitpunkt, etwa an einem bestimmten Wochentag zu einer bestimmten Uhrzeit, immer wieder dieselbe Option in einem gewissen Abstand zum aktuellen Kurs und setzt darauf, dass der statistische Vorteil greift und die Option wertlos verfällt. Du gehst also mechanisch und statistisch vor.

Das mechanische Vorgehen gilt als Vorteil des Optionshandels. Im direktionalen Handel mit Aktien oder Futures ist es für private Trader ohne ein sehr großes Budget heute schwer, oft kaum noch machbar, Strategien nach festen Regeln zu entwickeln, die lange funktionieren. Bei Optionen sieht das anders aus: „Wenn Du darüber nachdenkst, eigene Trading-Algos zu entwickeln, lege ich Dir ans Herz: Beschäftige Dich mit Optionen“, sagt Oliver Sparing. Auch Optionsmärkte ändern sich allerdings. Wer reine Zero-DTE-Strategien schon länger handelt, hat womöglich festgestellt, dass vieles davon ohne Marktanalyse und Orderbuch seit dem Sommer 2024 nicht mehr funktioniert und komplexere Strategien nötig sind.

Der Optionshandel bildet außerdem eine Brücke zwischen Daytrading und Swingtrading. Es gibt Strategien mit Laufzeiten von etwa einer Woche bis zu zwei Monaten, für die Du Dich zum Beispiel nur einmal pro Woche hinsetzt und einen Trade nach festem Regelwerk aufsetzt. Auf der anderen Seite stehen die Zero-DTE-Optionen, die täglich verfallen und für den Daytrading-Kontext taugen. Wie bei jedem Handelsansatz gibt es dabei auch Verlust-Trades, davor schützt der Optionshandel nicht.

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Direktionales Daytrading mit Optionen

Der zweite Weg ist der, den Oliver selbst besonders gern geht: direktionale Daytrading-Strategien mit Optionen. Der Ablauf entspricht dem klassischen Daytrading, nur der letzte Schritt ist ein anderer:

  • Marktanalyse am Morgen Zonen von institutionellem Interesse werden eingezeichnet, und der Tagesplan entsteht.
  • Reaktion im Orderbuch Erreicht der Markt ein Level, wird geprüft, wie passive und aktive Marktteilnehmer reagieren.
  • Option verkaufen und absichern Statt einer direktionalen Position im Future wird eine Option verkauft, im Webinar-Beispiel als Spread.

Die Marktanalyse am Morgen verbindet mehrere Faktoren: Gamma, Vanna und Charm Levels, also allgemein Dealer-Hedging-Daten, außerdem Dark-Pool-Daten, VWAPs, die Spanne des Vortages mit Hoch und Tief sowie Volume und Market Profile Levels. Das wird mit dem abgeglichen, was im Orderbuch zu sehen ist, und so entstehen Handelszonen, in denen nach Trades gesucht wird.

Kommt der Markt an ein Level, wird das Orderbuch betrachtet, etwa die HeatmapDie Heatmap zeigt das Orderbuch über die Zeit: wo Limit-Orders lagen und wie groß sie waren.. Dabei zählt, wie passive Marktteilnehmer ihre Limit-Orders positionieren, wie aggressiv aktive Marktteilnehmer mit Market Orders vorgehen, wie sich das Delta und die Auktionsgeschwindigkeit verhalten und ob Stopruns oder Iceberg Orders auftreten. Der Einstieg wird also genauso bestimmt wie im Futures-Handel, erst danach unterscheidet sich das Vorgehen.

Im Beispiel lehnt der Markt an einem Level ab. Wer jetzt short geht und den Stop knapp über das Level legt, wird ausgestoppt, und der Markt dreht dann doch. Als Alternative lässt sich weiter oben eine Call-Option verkaufen und darauf spekulieren, dass der Markt bis zum Ende der Laufzeit nicht höher steht als der gewählte Strike. Läuft der Markt kurzzeitig gegen Dich, ändert das an der Trade-Idee noch nichts, solange der Kurs nicht in ganz andere Bereiche vordringt. Bei einer passend aufgebauten, abgesicherten Position, etwa einem Spread, kann der Verlust in diesem Fall geringer ausfallen, als wenn Du die ganze Zeit mit einem Future im Trade bleibst. Ein Beispiel dazu: Mit einem einzelnen Kontrakt im Future 20 Punkte gegen Dich, das sind 80 Ticks, tut richtig weh. Ob es überhaupt sinnvoll ist, so etwas durchzuhalten, hängt zudem von Deinem Chance-Risiko-Verhältnis ab.

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Futures und Optionen im Vergleich

Das Webinar stellt beide Instrumente nebeneinander. Die Spalte zu den Optionen meint dabei ausdrücklich den im Video beschriebenen Verkauf einer abgesicherten Option, nicht Optionen insgesamt.

KriteriumFuture, direktionalVerkaufte Option, abgesichert
GewinnNach oben nicht gedeckelt, der Markt kann beliebig weit laufen.Auf die eingenommene Prämie begrenzt.
RisikoÜber den Stop begrenzt.Über den Spread begrenzt; ungesichert kann der Verlust die Prämie weit übersteigen.
ZeitwertGewinn entsteht, wenn der Markt in Deine Richtung läuft.Der Verkäufer profitiert vom Zeitwertverlust, solange der Kurs den Strike nicht erreicht.
AusrichtungAm Chance-Risiko-Verhältnis ausgerichtet.An der Trefferquote ausgerichtet; Chance-Risiko-Verhältnis meist negativ.
Fehler im EinstiegLäuft der Markt gegen Dich, verlierst Du.Verzeiht mehr: Der Trade kann gegen Dich laufen und trotzdem gewinnen.
ZeitbedarfEher für Leute mit mehr Zeit und mehreren Trades pro Tag.Auch mit etwa einer Stunde am Tag möglich.
LernaufwandKonzept schnell verständlich, aber lange Lernkurve im Daytrading.Bepreisung, implizite Volatilität, Griechen (Vanna, Charm); Ordereingabe in der TWS komplexer.

Zwei Punkte passen nicht in die Tabelle. Der erste ist die Psychologie: Wer nur ein bis zwei Gelegenheiten pro Tag handeln will, muss selbst mit einem soliden System damit rechnen, dass er im schlimmsten Fall an mehreren Tagen hintereinander mit einem Verlierer aus der Session geht. Das belastet die Psyche: Frust, der Versuch, Verluste schnell zurückzuholen, ein höheres Risiko oder Trades aus Angst, etwas zu verpassen, bis das Konto leer oder das Fremdkapitalkonto verloren ist. Gerade für private Trader ist die Trefferquote deshalb schon aus psychologischer Sicht wichtig. Für einen klassischen Daytrading-Ansatz mit Futures nennt das Video etwa 55 bis 60 Prozent, mit Erfahrung 60 bis 65 Prozent; jenseits von 70 Prozent wird es schwieriger, dauerhaft funktionierende Ansätze zu finden. Hinzu kommt die lange Lernkurve: Daytrading ist anspruchsvoll, man braucht Leidenschaft, Ausdauer und Interesse an der Sache, und die Märkte verändern sich.

Der zweite Punkt ist die Optionsseite. Läuft der Markt nach dem Verkauf weit in Deine Richtung, ist das kein Grund zum Ärger: Im Optionshandel geht es um andere Faktoren als darum, möglichst viel aus einer Bewegung mitzunehmen. Läuft der Kurs nach der Eröffnung eine halbe bis ganze Stunde seitwärts, verliert die Option an Zeitwert, und der Verkäufer verdient daran, solange der Kurs den Strike nicht erreicht. Verkaufte Optionen erreichen in der Regel die höhere Trefferquote, was sich für die Psyche angenehmer anfühlt und vor allem zu Berufstätigen passt, die nur eine Stunde am Tag Zeit haben. Außerdem lässt sich die Trade-Idee genauer anpassen, etwa mit der Spekulation, dass der Kurs innerhalb einer bestimmten Spanne bleibt, und mit passender Software ist regelbasierter Handel möglich. Dabei gilt: Im Vergleich zu einem professionell ausgebildeten Futures-Trader erzielst Du mit Optionen am Ende womöglich nicht dasselbe Ergebnis.

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Risiko und Absicherung beim Verkauf von Optionen

Wie hoch ist der Verlust, wenn eine Option nicht aufgeht? Das hängt davon ab, wie die Position aufgebaut ist. Wer Optionen nackt verkauft, setzt sein Konto einem hohen Risiko aus; bei einem ungedeckten Call ist der Verlust theoretisch unbegrenzt. Nur eine passend aufgebaute Absicherung, etwa ein Optionsspread, begrenzt den Verlust. Das setzt voraus, dass Du das Instrument verstanden hast und weißt, wie Du Dich korrekt absicherst.

Ergänzend zum Webinar: Zero-DTE-Optionen verlieren kurz vor dem Verfall sehr schnell an Zeitwert und reagieren zugleich stark auf Kursbewegungen. Läuft der Markt schnell auf den Strike zu oder darüber hinaus, wächst der Verlust des Verkäufers ebenso schnell. Der Zeitwertverfall hilft dem Verkäufer also nur, solange der Kurs ruhig bleibt.

Eine eigene Frage ist die Sicherheit der Order. Sobald Orders an den Broker übermittelt sind, liegt die Verwaltung beim Broker, die Order läuft dann über dessen Server und nicht mehr über Deinen Rechner. Hast Du einen Stop oder einen Optionsspread eingegeben, bleibst Du auch dann abgesichert, wenn Dein Rechner oder der Strom ausfällt. Im Webinar wird der Optionsspread in diesem Zusammenhang als noch sicherer als die Stop-Order bezeichnet; wie das technisch zusammenhängt, wird dort nicht ausgeführt.

„Kaufoptionen beziehungsweise Long-Optionen machen in den allerwenigsten Fällen tatsächlich Sinn“, sagt Oliver Sparing, der selbst Optionen verkauft und Prämien einnimmt.

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Beispiel: ein Optionstrade vom Vortag

Zum Schluss zeigt Oliver einen Trade vom Vortag. Der Markt befand sich kurz nach Eröffnung der US-Handelszeit in einer seiner Zonen, er war short und verkaufte dafür eine Call-Option, genauer einen Bear Call Spread. Danach lief der Markt zunächst gegen ihn, und der Trade lag leicht im Verlust. Der Kurs kam aber nicht schnell zu seinem Einstiegspreis zurück. Nach einigen Stunden stand der Markt wieder ungefähr dort, wo er den Trade eröffnet hatte. Der Optionstrade war trotzdem im Gewinn, obwohl die eigentliche Trade-Idee, dass der Markt sofort fällt, nicht direkt aufgegangen war.

Oben links der Preischart des Bear Call Spreads auf den SPX, darunter das Footprint-Chart, rechts die Heatmap des Orderbuchs. Oben in der Leiste steht der aktuelle Gewinn des Trades.
Trade-Beispiel aus dem Webinar: Oben links der Preis des verkauften Bear Call Spreads auf den SPX, rechts das Orderbuch als Heatmap. Der Kurs steht wieder am Einstieg, der Optionstrade liegt trotzdem im Gewinn. Ab Minute 64. Bild: ATAS Deutschland

„Das ist hier der große Vorteil“, sagt Oliver Sparing: „Optionen vergeben sehr viel mehr Bewegung gegen Dich und verdienen sogar dann Geld, wenn der Markt seitwärts oder leicht gegen Dich läuft.“ Das gilt, solange der Kurs nicht bis zum Strike vordringt.

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Was Du aus dem Webinar mitnehmen kannst

  • Eine Option ist ein Versicherungsgeschäft. Der Käufer zahlt eine Prämie für ein Recht, der Stillhalter übernimmt die Pflicht. Aufgrund der Bepreisung hat er über viele Trades einen statistischen Vorteil, nicht in jedem einzelnen Trade.
  • Für den Stillhalter ist der Gewinn begrenzt; ohne Absicherung kann der Verlust die Prämie weit übersteigen. Wer Optionen verkauft, muss wissen, was er tut, und sich korrekt absichern. Ungesichert Optionen zu verkaufen, kann für ein Konto sehr gefährlich werden.
  • Verkaufte Optionen verzeihen mehr Fehler als Futures. Ein Trade kann zeitweise gegen Dich laufen und trotzdem im Gewinn enden, weil die Option an Zeitwert verliert, solange der Kurs den Strike nicht erreicht.
  • Beide Instrumente haben ihren Platz. Futures bieten höhere Gewinnmöglichkeiten und ein leicht nachvollziehbares Konzept, abgesicherte verkaufte Optionen eine höhere Trefferquote bei begrenztem Gewinn, aber auch mehr Komplexität.

„Man kann sich mit Optionen wunderbar absichern und seinen Verlust unumstößlich begrenzen. Aber man muss wissen, was man da tut.“

Oliver Sparing im ATAS-Webinar
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Über das Webinar

Das Webinar lief am 30. Januar 2025 in der Webinar-Reihe auf dem YouTube-Kanal von ATAS Deutschland, moderiert von Pavel von ATAS. ATAS ist eine Handelsplattform für Order-Flow-Analyse. Oliver ist dort regelmäßig zu Gast; alle Auftritte findest Du auf unserer Seite Zu Gast bei.

Hinweis: Das Webinar dient ausschließlich Bildungszwecken und ist keine Anlageberatung. Der Handel mit Futures und Optionen ist mit hohen Risiken verbunden, und jeder handelt auf eigenes Risiko. Das Video ist eine Aufzeichnung aus dem Jahr 2025. Was darin als künftig angekündigt wird, kann heute anders aussehen; Marken- und Firmennamen entsprechen dem damaligen Stand.

Symbol des Lab-of-Trades-Moduls Argon
Lab of Trades · Modul Argon
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Argon ist das Options-Modul von Lab of Trades. Der Opening Put ist ein Regelwerk für Zero-DTE-Optionen auf den SPY: Die Software sucht die Einstiegsgelegenheit und legt den Trade mit allen Legs, Stop und Ziel in der TWS vor. Ohne Deine Bestätigung passiert nichts.
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Häufige Fragen
Was bedeutet Zero DTE?

Zero DTE steht für Optionen, die noch am Tag des Handels verfallen. Seit 2022 gibt es sie an jedem Wochentag, was Optionen auch für den Daytrading-Kontext interessant gemacht hat.

Wie verdient der Verkäufer einer Option?

Der Verkäufer, der Stillhalter, nimmt eine Prämie ein und darf sie behalten. Er spekuliert darauf, dass der Kurs einen bestimmten Preis nicht mehr erreicht und die Option wertlos verfällt. Dabei schwindet der Zeitwert der Option zu seinen Gunsten, solange der Kurs den Strike nicht erreicht. Sein Gewinn ist auf die Prämie begrenzt.

Welche Risiken hat der Verkauf von Optionen?

Der Gewinn ist begrenzt, der Verlust des Stillhalters kann dagegen die Prämie deutlich übersteigen. Nacktes Verkaufen von Optionen kann für das Konto sehr gefährlich werden. Nur eine passend aufgebaute Absicherung, zum Beispiel ein Optionsspread, begrenzt den Verlust. Bei Zero-DTE-Optionen kommt hinzu: Läuft der Markt kurz vor dem Verfall schnell auf den Strike zu, wächst der Verlust ebenso schnell, der Zeitwertverfall hilft nur bei ruhigem Kurs. Dafür musst Du das Instrument verstanden haben.

Was unterscheidet den Verkauf einer Option vom Kauf?

Der Käufer erwirbt ein Recht, zahlt dafür die Prämie und kann höchstens diese Prämie verlieren. Der Verkäufer nimmt die Prämie ein und hat aufgrund der Bepreisung über viele Trades einen statistischen Vorteil, sein Gewinn ist dafür auf die Prämie begrenzt, und er muss sich absichern.

Oliver Sparing
Oliver Sparing
Gründer & Head of Trading · TradeNeon
Oliver Sparing handelt seit 2011 aktiv an den Finanzmärkten. Seine beruflichen Wurzeln liegen im Edelmetallhandel in Hamburg; 2017 lernte er an einem Londoner Trading Floor. Bei TradeNeon leitet er die Daytrading- und die Swingtrading-Ausbildung und verantwortet die fachliche Entwicklung der Trading-Methodik, mit Schwerpunkt auf Orderflow, Marktstruktur und fundamentalen Marktdaten. Daraus sind Level of Interest, Futures Insights und Lab of Trades entstanden. Plattformen wie ATAS, Bookmap und WH SelfInvest laden ihn regelmäßig als Gast ein. Alle Auftritte